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  • Bruchwasserläufer

    Tringa glareola

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    Tringa glareola

Steckbrief
Bruchwasserläufer Tringa glareola

Kurzinfos & Fakten

Größe
19 – 21 cm
Gewicht
50 – 90 g
Alter
bis 11 Jahre möglich
Spannweite
36 - 40 cm
Nahrung
Wasserinsekten, Insekte, Krebse, Schnecken, kleinen Muscheln
Paarungszeit
ab April
Brutzeit
frühestens Ende April, gewöhnlich aber Anfang Mai
Eier / Gelege
4 Eier
Brutdauer
22 - 23 Tage
Zugverhalten
Zugvogel
Gefährdung
Ungefährdet

Der Bruchwasserläufer (Tringa glareola) ist ein eurasischer Vogel aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae). Er ist ein Brutvogel der gemäßigten und borealen bis subarktischen Tundrenzone. In Mitteleuropa ist er ein sehr seltener, nur lokal vorkommender Brut- und Sommervogel. Die Rote Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 führt die Art in der Kategorie 1 als vom Aussterben bedroht. Recht häufig und regelmäßig ist er aber während der Zugzeiten als Durchzügler und Rastvogel zu beobachten.

Bruchwasserläufer sind tagaktiv, allerdings ziehen sie häufig nachts. Dank seiner relativ langen Zehen kann er auch auf schwimmenden Algenrasen sowie Schwimmblättern von Wasserpflanzen laufen. Während der Brutzeit ist der Bruchwasserläufer territorial. Der Bruchwasserläufer kann 9–11 Jahre alt werden.

Beschreibung & Aussehen

Der 19–21 Zentimeter lange und 50–90 Gramm schwere Bruchwasserläufer hat eine Flügelspannweite von 36 bis 40 Zentimeter. Der Bruchwasserläufer ist damit knapp starengroß. Er weist große Ähnlichkeit zum Waldwasserläufer auf, letzterer ist jedoch in seinem Erscheinungsbild insgesamt dunkler, eher schwarzgrau als graubraun gefärbt. Bei Beobachtungen im Freiland oder auf Fotos nutzt dieser Unterschied mitunter wenig, weil dort die Lichtverhältnisse und die Farben der Umgebung den optischen Eindruck stark beeinflussen. Recht eindeutig ist dieser Färbungsunterschied jedoch im Flug, wo die Flügelunterseite des Bruchwasserläufers hell graubraun, die des Waldwasserläufers aber fast schwarz ist. Zwei besonders nützliche Unterscheidungsmerkmale bei nicht fliegenden Vögeln sind der helle Überaugenstreif und die Brustfärbung.

Der Überaugenstreif läuft beim Bruchwasserläufer noch weit hinter dem Auge entlang bis zum Nacken, beim Waldwasserläufer endet er aber über dem Auge oder knapp hinter ihm. Die dunkle Brustfärbung geht beim Bruchwasserläufer allmählich in die weiße Bauchfärbung über, beim Waldwasserläufer ist dort zumeist eine gut erkennbare Grenze. Die grünen Beine des Bruchwasserläufer sind außerdem heller, beim Waldwasserläufer wirken diese mitunter schwärzlich. Während sich Bruchwasserläufer oft eher ruhig und gemächlich bewegen und man sich zum Beispiel einzelnen durchziehenden Exemplaren mitunter auf wenige Meter nähern kann, sind Waldwasserläufer zumeist auffallend hektisch und ausgesprochen menschenscheu. Der Waldwasserläufer zeigt sowohl in Bewegung als auch ruhend eine mehr geduckte Körperhaltung.

Zu den weiteren europäische Schnepfenvögeln mit denen man den Bruchwasserläufer verwechseln könnte gehört der Flussuferläufer, der jedoch deutlich kurzbeiniger und sandbraun gefärbt ist. Außerdem hat dieser immer eine sehr geduckte Körperhaltung und im Flug zeigt sich ein weißer Längsstreifen auf den Flügeln. Der Grünschenkel ist erheblich größer, hat einen besonders langen, leicht aufgeworfenen Schnabel und im Flug wird ein langer weißer Bürzelkeil sichtbar, der bis auf den Rücken reicht. Letzteres hat auch der vereinzelt in Mitteleuropa durchziehende, etwas kleinere Teichwasserläufer, der im Vergleich mit dem Bruchwasserläufer aber immer noch deutlich größer und auffallend schlank und langbeinig ist. Ein sehr seltener Irrgast in Europa ist der nordamerikanische Kleine Gelbschenkel, seine Beine sind jedoch länger und kräftig gelb, während sie beim Bruchwasserläufer allenfalls gelblichgrün sind. Weibliche und junge Kampfläufer sowie die Männchen im Schlichtkleid haben nur einen diffus gezeichneten Überaugenstreif, eine insgesamt gar nicht oder nur unsauber gemusterte Braunfärbung an Hals und Brust, sind größer und haben eine mehr aufrechte statt waagerechte Körperhaltung.

Stimme, Gesang & Ruf

Im Flug ruft der Bruchwasserläufer giff -giff -giff. Der Alarmruf ist ein wiederholtes gip-gip-gip. Ein Singflug dient der Reviermarkierung und besteht aus flötenden Rufen.

Lebensraum

Das Brutareal des Bruchwasserläufer erstreckt sich von Schottland und Norwegen bis nach Ostsibirien, Kamtschatka und den Pribylow-Inseln. Der Bruchwasserläufer ist überwiegend ein Langstreckenzieher. Seine Winterquartiere finden sich in den Tropen bis Subtropen der Südhalbkugel. In der westlichen Paläarktis verläuft die Nordgrenze des Winterquartiers entlang der Südküste des Mittelmeers und dem Süden Vorderasiens. Sie ziehen als Breitfrontzieher über Mitteleuropa und Westeuropa in süd-südwestlicher Richtung. Wichtige Rastplätze auf diesem Zug finden sich am Nordrand des Mittelmeers beispielsweise in der Po-Ebene und in der Camargue, wo bis zu 50.000 Individuen beobachtet werden können. Ziehende Vögel sind auch im Ebrodelta zu beobachten. Wetlands International identifiziert als bedeutende Rast-, Überwinterungsquartiere sowie Brutareale sechs europäische Gebiete. Davon liegen vier in Finnland, wobei nur die Feuchtgebiete der Provinz Oulu als Rastplatz während des Zuges eine Bedeutung haben. Bei den übrigen handelt es sich um Gebiete mit einer hohen Dichte an Brutvögeln. Zwei weitere bedeutende Rastplätze liegen in Griechenland und Schweden (Flussmündung des Ume älv).

Der Bruchwasserläufer brütet bevorzugt in Hochmooren mit einem geringen Baumbestand sowie an offenem Wasser und in Sümpfen der Taiga und Tundren. Weiter im Osten seines Verbreitungsgebietes ist er auch in dichteren Baumbeständen in Gewässernähe zu beobachten. Auf dem Durchzug und im Winterquartier ist der Bruchwasserläufer sehr viel anpassungsfähiger, er bevorzugt jedoch Süßgewässer. Zu beobachten ist er unter anderem in nahrungsreichen Flachwasserzonen, auf Schlammflächen und überschwemmten Wiesen und an Altwasserarmen von Flüssen.

Nahrung

Wasserinsekten, Insekte, Krebse, Schnecken, kleinen Muscheln

Fortpflanzung, Balz & Brut

Bruchwasserläufer errichten ihr Nest gewöhnlich am Boden gut in Vegetation versteckt. In Fennoskandinavien und in Russland nutzen Bruchwasserläufer ähnlich wie Waldwasserläufer auch Baumnester von Drosseln und anderen Singvögeln. Bodennester sind Mulden, die mit Material aus der Umgebung ausgekleidet werden. Der Legebeginn in Mitteleuropa ist frühestens Ende April, gewöhnlich aber Anfang Mai. In Fennoskandinavien brütende Bruchwasserläufer beginnen mit der Eiablage in der Regel nicht vor Mitte Mai.

Jungvögel & Aufzucht

Die Hauptlegezeit ist hier Anfang Juni. Das Gelege umfasst vier Eier. Diese sind kreiselförmig und haben eine hellbräunliche bis grünliche Grundfarbe und dunkel- bis rotbraune Flecken. Die Brutdauer beträgt 22 bis 23 Tage, beide Elternvögel brüten. Die Jungvögel sind mit 28 bis 30 Tagen flugfähig.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Bruchwasserläufer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.