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  • Blässgans

    Anser albifrons

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    Anser albifrons

Steckbrief
Blässgans Anser albifrons

Kurzinfos & Fakten

Größe
ca. 65–76 cm
Gewicht
Ganter: 1900–2400 g
Gans: 1600–2100 g
Alter
bis ca. 25 Jahre
Spannweite
130 bis 165 cm
Geschwindigkeit
80 - 100 km/h
Nahrung
Seggen, Gräser, Schachtelhalme, Süßgräser, Samen
Feinde
Seeadler, Fuchs, Marderhund, Möwen, Rabenvögel
Geschlechtsreife
zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr
Paarungszeit
ab März
Brutzeit
Ende April Anfang Mai
Eier / Gelege
4 bis 7 Eier
Brutdauer
ca. 4 Wochen
Zugverhalten
Zugvogel, in Mitteleuropa regelmäßiger ein Wintergast und Durchzügler im Tiefland
Gefährdung
Ungefährdet

Die Blässgans, auch Blessgans (Anser albifrons), ist eine Gans aus der Gattung der Feldgänse, die in den arktischen Gebieten vom Norden des europäischen Russlands bis Ostsibirien, dem arktischen Nordamerika und auf Grönland brütet. Sie ist etwas kleiner als die Graugans und an ihrer weißen Stirnblesse sowie an der schwarzen Fleckung an ihrer Unterseite gut zu erkennen. Die Art wird in fünf Unterarten aufgeteilt, von denen zwei in Eurasien brüten.

In Mitteleuropa ist die Blässgans regelmäßiger Wintergast und Durchzügler im Tiefland. In den Niederlanden gibt es seit 1977 eine Brutvogelpopulation, die vermutlich ursprünglich von Gefangenschaftsflüchtlingen abstammt.

Beschreibung & Aussehen

Die Blässgans ist dunkel graubraun gefärbt mit einer meist hellen Unterseite sowie unregelmäßigen schwarzen Querflecken am Bauch. Adulte Vögel haben eine weiße Blässe, die von der Schnabelwurzel bis zur Stirn reicht. Die Blässe ist jedoch nicht so groß wie bei der Zwerggans, wo sie bis über die Augen reicht. Der Schnabel der Blässgans ist rosa, die Füße sind orange. Jungvögel tragen die charakteristische Stirnzeichnung („Blässe“) im Herbst noch nicht, ebenso fehlen die Bauchstreifen. Diese Kennzeichen bilden sich mit der Kleingefiedermauser im Laufe des ersten Winters heraus. Jungvögel weisen eine schwarze Schnabelspitze („Nagel“) auf.

Der Schnabel ist blassrötlich bis zartrosa (Unterart Europäische Blässgans A. alb. albifrons) oder gelborange (Unterart Grönland-Blässgans A. alb. flavirostris), die Beine orange gefärbt. Sie ist etwa 65–76 cm groß, das Gewicht liegt bei 1900–2400 g (Ganter) und 1600–2100 g (Gans), die Grönland-Blässgans ist etwas schwerer. Die Flügelspannweite beträgt zwischen 130 und 165 Zentimeter.

Stimme, Gesang & Ruf

Blässgänse sind sehr ruffreudige Gänse. Ihr Distanzruf ist höher und hat eine schnellere Abfolge als der der Graugans. Es sind zum Teil auffallend helle und überwiegend zweisilbige Rufe („Kli-lick, kil-lick“). Dreisilbige Rufe sind seltener zu hören. Weidende Blässgänse geben ein graugansartiges gragagaga von sich.

Nahrung & Jagdverhalten

In ihren Brutarealen ernähren sich Blässgänse überwiegend von den vegetativen Teilen von Seggen und Gräsern. Hauptnahrungspflanze ist in weiten Teilen das Schmalblättrige Wollgras. Während der Mauserzeit fressen sie auch sehr gerne Schachtelhalme sowie Arctofila fulva, Atropis angustata, Pleuropogon sabinii und Carex stans. Daneben spielen eine Reihe von Süßgräsern eine Rolle. In den arktischen Tundren werden zudem im Spätsommer Beeren wie Krähenbeere und Moltebeere gefressen.

Im Winterquartier spielen neben den Süßgräsern auch die grünen Triebe der Meeres-Salde eine Rolle. Sie fressen außerdem die Samen vieler Pflanzen und weiden auch auf Wintersaaten.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Die Brutgebiete der Blässgans liegen in der fast vegetationsfreien arktischen Tundra bis hin zur Strauchtundra. Blässgänse kehren ab Mitte Mai in ihre Brutareale zurück. Im äußersten Norden des Verbreitungsgebietes und im Gebirge finden sie sich erst in der ersten Junihälfte im Brutareal ein. Nach der Rückkehr halten sich die Blässgänse paarweise oder in kleinen Trupps im engeren Brutgebiet auf und ziehen umher, ohne sofort ein bestimmtes Revier zu besetzen. Der Bau der Nester beginnt erst Anfang bis Mitte Juni, wenn die intensive Schneeschmelze eingesetzt hat.

Jungvögel & Aufzucht

Das Nest ist locker gebaut und besteht aus Gräsern und Stängeln. Vor dem Beginn der Brut wird es mit Dunen sehr reichlich ausgekleidet. Während der Mauserzeit, wenn die Altvögel flugunfähig sind und die Jungvögel ihre Flugfähigkeit noch nicht erreicht haben, bilden die Gänse große Scharen, die bei Gefahr auf freie Wasserflächen ausweichen. Die Altvögel erlangen ihre Flugfähigkeit etwa ab Mitte August zurück. Zu diesem Zeitpunkt sind auch die Jungvögel flugfähig. Kurze Zeit danach beginnt der Abzug in die Wintergebiete. Gewöhnlich haben Blässgänse Ende September ihr Brutgebiet vollständig verlassen.

Der älteste beringte Wildvogel wies ein Alter von 25 Jahren auf.

Dunenküken haben eine braune Körperoberseite. Auf der Körperunterseite sind sie grauweiß bis gelblich. Die Stirn, das Gesicht, die Kehle und der Vorderhals sind gelblich weiß. Vom Schnabel bis zum Auge verläuft ein dunkler Zügel. Zum Zeitpunkt des Schlupfes ist der Schnabel dunkelgrau mit einem rosa bis cremefarbenen Nagel. Die Beine und die Füße sind dunkelgrau. Bevor die Jungvögel flügge werden, ändert sich die Schnabelfärbung zu einem hellen Rosa, wobei die Schnabelspitze schwarz wird. Füße, Beine und Schwimmhäute werden zu diesem Zeitpunkt gelbrosa. Die Iris bei den Jungvögeln ist braun.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Blässgans aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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