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  • Triel

    Burhinus oedicnemus

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    Burhinus oedicnemus

Steckbrief
Triel Burhinus oedicnemus

Kurzinfos & Fakten

Größe
38 - 45 cm
Gewicht
290 - 535 g
Spannweite
76 - 88 cm
Nahrung
Insekten, Weichtiere, Würmer, Spinnen, Asseln, kleine Eidechsen, Schlangen, Jungvögel, Vogeleier, kleine Säugetiere
Feinde
Raubtiere, Möwen, Greifvögel, Raben
Geschlechtsreife
2 - 3 Jahre
Eier / Gelege
2 sand/lehmfarbene Eier
Brutdauer
25 - 27 Tage
Zugverhalten
Zugvogel

Der Triel (Burhinus oedicnemus) ist eine der neun Arten der Gattung Burhinus, die als einzige die Familie der Triele (Burhinidae) innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes) bildet. Nach neuerer, noch nicht allgemeingültiger Ansicht, werden zwei Arten von der Gattung Burhinus abgetrennt und in eine eigene Gattung Esacus gestellt. (siehe Triele).

Die etwa sechs Unterarten sind von Westeuropa und Nordafrika über den Nahen Osten, das südliche Mittelasien bis nach Hinterindien verbreitet. Außer der Nominatform brüten in Europa noch zwei Inselrassen auf den Kanaren sowie die etwas hellere und kleinere Unterart saharae in Südspanien, den Balearen, einigen Mittelmeerinseln sowie in Griechenland. In Mitteleuropa ist er ein äußerst seltener und in einigen Staaten vom Aussterben bedrohter Brutvogel.

Beschreibung & Aussehen

Der Triel ist ein kompakter, hochbeiniger Vogel; adulte Tiere erreichen eine Körperlänge von 38 bis 45 Zentimetern, 76 bis 88 Zentimeter Flügelspannweite und wiegen zwischen 290 und 535 Gramm. Die Grundfärbung des Gefieders ist sandfarben mit einer dunklen, besonders auf Hals und Brust auffälligen Strichelung. Die Unterseite des Vogels ist hell, zuweilen fast weiß. Der Kopf ist groß, ebenso die Augen mit auffallend gelber Iris. Der gelbe, massive Schnabel endet in einer schwarzen Spitze. Auffallend sind auch die kräftigen gelblichen Beine mit deutlich verdickten Fersengelenken, die der Art den englischen Namen Thick-knee eingetragen haben.

Die Geschlechter unterscheiden sich weder in der Größe noch in der Gefiederfärbung. Auch das Jugendgefieder gleicht dem ausgefärbter Vögel sehr. Ebenso besteht kein Unterschied zwischen Ruhe- und Brutkleid. Im Flug wirkt die Art von unten sehr hell, sieht man sie von oben, fallen die schwarzen Handschwingen mit einzelnen weißen Einschlüssen auf. Die Nominatform ist von allen Unterarten die größte und die am dunkelsten gefärbte. Insgesamt ist die Art gut bestimmbar und kaum zu verwechseln.

Stimme, Gesang & Ruf

Der Gesang ist der auffälligste Hinweis für die Anwesenheit der Art. Der Reviergesang ertönt meist in den Abendstunden (oder auch nachts) und kann – mit kurzen Unterbrechungen – die ganze Nacht über andauern. Die größte Gesangsintensität wird meist erst in den frühen Morgenstunden erreicht. Er ist ein melodisches, etwas wehmütiges relativ hohes, nicht ganz reines Flöten, das sich etwa mit krüüeeeii oder triüüiii transkribieren lässt. Er wird sowohl auf dem Boden als auch im Fluge vorgetragen. Der Ruf ist fast einen Kilometer weit zu hören und erinnert entfernt an Rufe des Großen Brachvogels. Oft rufen mehrere Männchen gleichzeitig. Als weitere Rufe sind melodische, regenpfeiferähnliche Pfiffe zu hören. Bei Bedrohung, die ein unbemerktes Entkommen nicht mehr erlaubt, schlagen Altvögel mit den Flügeln auf den Boden.

Lebensraum

Der Triel ist ein Bewohner trockener, steiniger Gebiete mit nur geringer oder sehr niedriger Vegetation. In Europa sind das vor allem Brachland, Küstendünen, sandige, sehr lichte Wälder, Trockenrasengebiete sowie Kies- und Schotterbänke an Flussufern. Im zunehmenden Maße weicht die Art auf Sekundärlebensräume wie Truppenübungsplätze, Schottergruben oder aufgelassene Tagebaugebiete aus. Gelegentlich werden auch landwirtschaftlich genutzte Flächen besiedelt.

Nahrung & Jagdverhalten

Die Nahrung des Triels ist fast ausschließlich animalisch, nur in sehr geringem Maße werden auch Sämereien, Pflanzen und Pflanzenteile aufgenommen. Vorwiegend werden Insekten aller Art, landlebende Weichtiere, Würmer sowie Spinnen und Asseln erbeutet. Kleine Eidechsen und Schlangen gehören ebenso ins Beutespektrum wie Jungvögel und Vogeleier sowie verschiedene kleine Säugetiere. Die Beutetiere werden am Boden gesucht und sowohl optisch als auch akustisch geortet, vielfach nach der Entdeckung auch kurze Strecken laufend oder fliegend verfolgt. Steine werden umgedreht, wenn darunter Beute vermutet wird. Der Nahrungserwerb findet fast ausschließlich in den Dämmerungsstunden und nachts statt, nur während der Brutzeit gelegentlich auch am Tage.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Während der Balzzeit und der Zeit der Jungenaufzucht sind Triele territorial, doch werden Jungvögel aus Erstbruten und möglicherweise auch unverpaarte Artgenossen im Revier geduldet. Bruthilfe wurde beobachtet. Der Triel führt wahrscheinlich eine monogame Saisonehe, doch bestehen Hinweise, dass die Paarbildung bereits im Winterquartier erfolgt und die Partner verpaart den Heimzug antreten. Frühestens mit einem Jahr, meist aber erst nach dem zweiten Heimzug beginnen Triele zu brüten. Während des Balzrituals dreht das Männchen mehrere Nistmulden und zeigt sie durch Schleudern von Steinchen und Scheinbrüten an.

Die Auswahl für den endgültigen Nistplatz trifft das Weibchen. Die Balzrituale sind recht vielfältig. Vor allem bestehen sie aus verschiedenen Sprungtänzen und gegenseitigen Verbeugungen. Die Niststandorte liegen meist auf vegetationslosem oder zumindest vegetationsarmen Untergrund, oft etwas erhöht und in der Nähe von Gebüschen. Das Gelege besteht aus zwei (sehr selten drei) sand- beziehungsweise lehmfarbenen Eiern und wird von beiden Eltern bebrütet. Zweitbruten sind häufig, möglicherweise sogar die Regel. Ebenso kommt es oft zu Brutverschachtelungen, sodass Paare mit fast flüggen und eben erst geschlüpften Jungen beobachtet wurden. Die Eltern verteidigen das Gelege energisch. Zu nahe kommende Weidetiere werden durch Zischen und Fauchen sowie durch Flugangriffe vertrieben; auch potentielle Nesträuber, wie zum Beispiel Hermeline, können solcherart erfolgreich von ihrem Vorhaben abgebracht werden. Die Brutdauer liegt zwischen 25 und 27 Tagen.

Jungvögel & Aufzucht

Die Jungen sind in den ersten Stunden recht hilflos, können aber bald von den Eltern vom Nest weggelockt werden. In Gefahrensituationen drücken sie sich mit vorgestrecktem Kopf flach auf den Boden und verharren regungslos, bis von den Altvögeln Entwarnung kommt. In einer solchen Situation können sie sogar aufgenommen werden, ohne dass eine Fluchtreaktion erfolgt. Spätestens 40 Tage nach dem Schlüpfen sind die Nestflüchter flugfähig. Etwa ebenso lange werden sie auch noch weiter von den Eltern betreut.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Triel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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