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  • Flussuferläufer

    Actitis hypoleucos

  • Flussuferläufer

    Actitis hypoleucos

Steckbrief
Flussuferläufer Actitis hypoleucos

Kurzinfos & Fakten

Größe
bis 22 cm
Gewicht
40 - 80 g
Alter
bis 10 Jahre möglich
Spannweite
bis 40 cm
Nahrung
Insekten, Spinnen, kleine Krebstiere, Weichtiere
Feinde
Greifvögel, Raubtiere
Geschlechtsreife
im zweiten Lebensjahr
Brutzeit
frühestens ab Anfang April, die Hauptlegezeit fällt in den Mai
Eier / Gelege
4 Eier
Brutdauer
21 - 22 Tage
Zugverhalten
Zugvogel
Gefährdung
Ungefährdet

Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) ist eine monotypische Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae), die ausschließlich in der Paläarktis brütet. In Mitteleuropa ist der Flussuferläufer ein verbreiteter, aber wenig häufiger Brut- und Sommervogel.

Beschreibung & Aussehen

Ein ausgewachsener Flussuferläufer wird bis zu 22 Zentimeter groß und erreicht eine Flügelspannweite bis zu 40 Zentimeter. Er wiegt 40 bis 80 Gramm. Damit ist der Flussuferläufer kleiner als der Waldwasserläufer und unterscheidet sich von dieser Art auch durch die charakteristische weiße Keilzeichnung unter den weißen Brustseiten. Es besteht kein Sexualdimorphismus.

Der Bauch ist weiß und die Oberseite ist in Prachtkleid braun mit einer feinen dunkelbraunen Kritzel und Pfeilspitzenzeichnung sowie einer unregelmäßigen Bänderung gemustert. Im Ruhekleid ist die Körperoberseite einheitlicher olivbraun. Die Augen sind schwarz und die relativ kurzen Beine blassgelb gefärbt. Er hat einen mittellangen Schnabel, der in allen Kleidern dunkelbraun mit einer hell orangebraunen Wurzel ist sowie einen dunklen Augenstreif.

Der Flussuferläufer fliegt recht schnell, gleichmäßig und niedrig über dem Wasser. Die Flügelschläge sind rasch und kurz und die Flügel sind abwärts gebogen. Im Flug sind der braune Bürzel, die weiß gebänderten Schwanzseiten, eine auffallend weiße Flügelbinde sowie die weißlichen Armschwingen gut erkennbar. Ebenso wie fliegen kann er schwimmen und bis ein Meter tief tauchen und das bis 20 Sekunden lang. Am Boden wippt und knickst er ständig mit dem länglichen Hinterkörper auf und ab.

Stimme, Gesang & Ruf

Der Flug ist meist von schrillen Rufen begleitet, die wie Hi-di-di klingen.

Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Flussuferläufers erstreckt sich vom Süden und Westen Europas über ganz Eurasien bis Japan und den Inseln Südostasiens.

Von April bis Oktober verbringt der Langstreckenzieher seine Zeit in fast ganz Europa (außer Island). Er überwintert vom Mittelmeerraum bis Südafrika.

Der Flussuferläufer kommt in einem Brutgebiet vor, das von der Steppen- und Wüstenzone über die gemäßigte Zone bis zu den borealen und Bergwäldern bis fast zur Schneegrenze und der arktischen Tundra reicht. Seine Höhenverbreitung reicht von der Tiefebene bis zu Höhenlagen von 4.000 Metern. Er lebt häufig an Flüssen und Bächen, aber auch Stillgewässer werden genutzt. Er brütet auf locker bewachsenen Flusskiesbänken aber auch in steil eingeschnittenen Gebirgsflüssen. Er bevorzugt einen festen sandigen Untergrund mit einer gut ausgebildeten Krautschicht und kleinen offenen kiesigen Stellen. Er ist aber an lockeren Treibholzanschwemmungen zu finden. Als Durchzügler hält er sich an Binnengewässern aller Art auf. Kurzfristig ist er dann auch an kleinsten Tümpeln und Pfützen zu beobachten. Auch künstliche Gewässer wie Fischteiche, Stauseen oder Baggerseen werden von ihm genutzt. Am Meer nutzt er auch Fels- und Kiesküsten.

Nahrung & Jagdverhalten

Der Flussuferläufer ernährt sich von Insekten und Spinnen. Außerdem stehen kleine Krebstiere und Weichtiere noch auf dem Speiseplan und werden mit dem Schnabel aus dem flachen Wasser gepickt. Er ortet seine Beute vor allem visuell. Seltener als die ihm ähnlichen Arten der Gattung Tringa watet er im flachen Wasser, sondern hält sich bevorzugt am feuchten Ufer auf.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Flussuferläufer erreichen ihre Geschlechtsreife im zweiten Lebensjahr. Sie führen überwiegend eine monogame Saisonehe. Sie erreichen in Deutschland ihre Brutplätze frühestens Anfang bis Mitte April.

Es gibt einige Hinweise darauf, dass das Brutrevier vom Weibchen begründet wird. Das Nest ist eine Mulde im Boden das mit Pflanzenteilen gepolstert ist. Die Mulde wird von beiden Elternvögeln gescharrt. Es wird auf Inseln oder nah am Ufer, gut versteckt in der dichten Vegetation, gebaut. Es befindet sich meist auf völlig trockenem Untergrund ist maximal fünfzig Meter vom Wasser entfernt. In der Regel befindet es sich aber wesentlich näher in Gewässernähe. Der Legebeginn ist in Mitteleuropa frühestens ab Anfang April, die Hauptlegezeit fällt in den Mai. Nachgelege werden bis Anfang Juni beobachtet. Das Weibchen legt meist vier, 35 mm große Eier. Die Eier sind relativ groß und zugespitzt kreiselförmig. Die Grundfarbe der Schale ist ein blass-bräunlich mit braunen Punkten und kleinen bis mittelgroßen rotbraunen Flecken. Beide Elternvögel sind an der Brut beteiligt, die Brutdauer beträgt zwischen 21 und 22 Tagen.

Jungvögel & Aufzucht

Wie viele andere Schnepfenvögel zeigen Flussuferläufer ein Verleiten, meist ist dieses Verhalten beim Weibchen zu beobachten. Die Jungvögel können ab ihrem 15. Lebenstag auffliegen und sind ab dem 21. Lebenstag voll flugfähig. Der Bruterfolg ist verhältnismäßig gering. Bei Untersuchungen in Großbritannien hat sich gezeigt, dass nur zwischen 24 und 35 Prozent der geschlüpften Jungen flügge werden.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Flussuferläufer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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