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  • Löffelente

    Anas clypeata

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    Anas clypeata

Steckbrief
Löffelente Anas clypeata

Kurzinfos & Fakten

Größe
bis zu 50 cm
Gewicht
400 bis 1100 Gramm
Alter
bis zu 20 Jahre
Spannweite
bis zu 80 cm
Geschwindigkeit
bis zu 85 km/h
Nahrung
Plankton, Wasserflöhe, Insektenlarve, Würmer, Kaulquappen, Laich
Feinde
Raubtiere, Grefivögel, Eierdiebe
Geschlechtsreife
nach einem Lebensjahr
Paarungszeit
ab Spätherbst
Brutzeit
von Mai bis Juli
Eier / Gelege
acht bis zwölf graugrüne Eier
Brutdauer
26 Tage
Zugverhalten
Mittelstreckenzieher
Gefährdung
Ungefährdet

Die Löffelente (Spatula clypeata, Syn.: Anas clypeata) ist eine holarktisch verbreitete Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Sie ist nur wenig kleiner als die bekannte Stockente. Der Erpel hat im Prachtkleid ein auffallend kontrastreiches Gefieder. In seiner Färbung erinnert es entfernt an das der Brandgans. Von dieser ist die Löffelente auf Grund ihrer geringeren Größe sowie ihres ententypischen Habitus sicher zu unterscheiden.

Die Löffelente ist im gesamten Mitteleuropa ein verstreuter und im nördlichen Mitteleuropa häufiger Brutvogel. Die Art ist ein Mittelstreckenzieher und kommt während des Zuges in weiten Bereichen Mitteleuropas vor. Gebietsweise überwintert sie auch im Binnenland.

Beschreibung & Aussehen

Die bis zu 50 cm große Löffelente wiegt 400 bis 1100 g und hat eine Flügelspannweite von bis zu 80 cm. Der namengebende löffelartige Schnabel fällt beim Anschauen als Erstes auf und wird bis zu 7 cm lang.

Die Löffelente zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Der Kopf des Erpels ist dunkelgrün befiedert. Der bis zu 7 cm lange Schnabel hat eine tief dunkelgraue Färbung. Die Brust ist weiß, das Rückengefieder ist dunkel und partiell mit weißen Federn durchsetzt. In der Mitte der Körperseiten befinden sich rotbraune Farbpartien. Die Unterschwanzdecke ist schwarz und durch ein weißes Band gegen die rotbraunen Flanken abgegrenzt. Die mittleren Schwanzfedern sind sepiabraun und weiß gesäumt. Bei den äußeren Schwanzfedern ist dieser weiße Federsaum deutlich breiter. Die Augeniris ist gelb und die Beine auffällig rot gefärbt. Im Flugbild fallen die hellgrauen Vorderflügel auf sowie der von den Armschwingen gebildete metallgrüne Spiegel.

Im Ruhekleid entspricht das Männchen weitgehend dem Gefieder des Weibchens. Allerdings behalten die Flügel ihre Buntheit und auch die Rücken- und Bürzelfärbung entspricht der Gefiederfärbung des Prachtkleids. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bilden die schwach rosafarbig getönten Flanken des Männchens.

Das Weibchen ist braun gemustert und ähnelt damit anderen Weibchen der Gattung Anas. Besonders große Ähnlichkeit besteht zu den Weibchen der Stockente. Sie ist am einfachsten an dem klobigen Schnabel von anderen Anas-Weibchen zu unterscheiden. Das Körpergefieder des Löffelentenweibchens ist von einem mittleren Braun. Die Konturfedern sind hellbraun gesäumt, was insgesamt zu einem fleckig-schuppigen Aussehen führt. Das Weibchen der Löffelente hat einen braunen Schnabel und rote Beine. Von den Weibchen der übrigen drei Löffelentenarten ist sie nur sehr schwer zu unterscheiden.

Die Löffelente ist nicht sehr scheu und erreicht eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 85 km/h. Wird sie aufgeschreckt, fliegt sie ähnlich wie die Krickente steil auf.

Eine Löffelente kann bis zu 20 Jahre alt werden.

Stimme, Gesang & Ruf

Der Ruf der Löffelente klingt in etwa wie "tock". Er ist nicht sehr auffällig und deshalb nur selten wahrzunehmen. Der Ruf der Weibchen dagegen ähnelt sehr stark denen der Stockentenweibchen. Zu den Instrumentallauten dieser Entenart zählt als Fluggeräusch ein who-who-who. Es ist besonders gut wahrnehmbar, wenn die Enten auffliegen.

Lebensraum

Als Lebensraum präferiert die Löffelente eutrophe flache Binnengewässer sowie Sumpfgebiete mit freien Wasserflächen, Altwässer und Feuchtgrünland mit Temporärgewässern wie Flutmulden sowie umfangreichen Gräbensystemen. Während der Brutzeit ist sie nur selten an Brack- und Salzwasser anzutreffen. Außerhalb der Brutzeit ist sie jedoch an Meeresküsten und auf Salzseen häufig.

Nahrung & Jagdverhalten

Die Löffelente durchsiebt mit ihrem Schnabel das Wasser nach Plankton, Wasserflöhen, Insektenlarven, Würmer, Kaulquappen und Laich. Es dominiert dabei planktische und fein kompartimentierte Nahrung. Die Löffelente zeigt während der Nahrungssuche eine charakteristische Körperbewegung. Sie dreht rasch den gesamten Körper und wirbelt damit den Schlamm auf. Damit steigen die Nahrungspartikel an die Wasseroberfläche, die sie dann seihend durchschnattert.

Sie schwimmt während der Nahrungssuche häufig in Kreisen oder Schlangenlinien. Der Hals ist dabei gestreckt. Der Schnabel wird schnell geöffnet und geschlossen, so dass das aufgenommene Wasser seitwärts durch die kammartigen Lamellen wieder austritt.

Zusätzlich zu dieser Nahrungsweise kann die Löffelente auch gründeln. Sie bleibt dabei länger unter Wasser als andere Arten der Schwimmenten. Gelegentlich taucht sie mit dem ganzen Körper unter Wasser. Dies ist vor allem in nicht zu tiefen Moorseen zu beobachten.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Die Löffelente wird nach einem Lebensjahr geschlechtsreif. Die Paarbildung erfolgt bereits ab Spätherbst. Die Brutpaare halten sich ab April in ihren jeweiligen Brutgebieten auf.

Bei der Balz, die bereits im Überwinterungsgebiet stattfindet, fehlen die Elemente wie Grunzpfiff durch den Erpel oder das sogenannte Antrinken, wie sie aber bei anderen Gründelenten zu beobachten sind. Zu den charakteristischen Merkmalen des Löffelentenpaars zählen die pumpenden Kopfbewegungen, die sowohl vom Männchen als auch vom Weibchen ausgeführt werden. Ein weiteres Merkmal ist ein Scheinputzen des Bauchgefieders, bei dem Partner die leuchtend grünen Flügelspiegel zugewendet werden. Noch zur Balz gehören auffällige kurze Rundflüge, die die Löffelenten nur im Brutterritorium zeigen. Sie enden, sobald das Weibchen mit der Eiablage beginnt.

An der Wahl des Nistplatzstandortes sind beide Geschlechter beteiligt. Das Weibchen baut am Boden, nah am Wasser, gut in Vegetation versteckt ein aus Pflanzenteilen bestehendes Nest. Es findet sich meist im Uferbereich der Gewässer. Bevorzugte Standorte sind das Ufergebüsch, die an den Uferbereich angrenzende krautige Vegetation sowie Seggenbülten. Nur selten brüten Löffelenten im Röhricht oder in der Schwimmblattzone. Die Brutzeit erstreckt sich in der Regel von Mai bis Juli. Die frühesten Eiablagen finden in West- und Mitteleuropa in der 3. Aprildekade statt. Die Hauptlegezeit ist jedoch die erste Maihälfte bis zum Anfang des Monats Juni.

Jungvögel & Aufzucht

Das Gelege umfasst in der Regel acht bis zwölf Eier. Geht das Gelege verloren oder wird das Weibchen während der Brutzeit so gestört, dass sie das Gelege aufgibt, sind Nachgelege selten. Die Eier sind von graugrüner Farbe, sind etwa fünf Zentimeter lang und wiegen zwischen 35 und 43 Gramm. Das Gelege wird nur durch das Weibchen bebrütet. Dieses verlässt zu Beginn der Brut das Gelege jeweils einmal morgens und nachmittags. Die Brutpause kann anfangs bis zu zwei Stunden dauern. Sie verkürzen sich mit der Fortdauer der Brut auf 30 Minuten und können kurz vor Schlupf der Jungen sogar vollständig entfallen. Die Brutdauer beträgt insgesamt 26 Tage. Das Männchen hält sich während der Brutphase in der Nähe des Nestes auf und warnt vor sich nähernden Fressfeinden. Auch eine Verleitung von Fressfeinden durch das Männchen ist bereits beschrieben worden.Frisch geschlüpfte Dunenjunge verstecken sich unter dem Weibchen bis alle Küken geschlüpft sind. Das Weibchen führt nach dem Schlupf des letzten Kükens ihre Kükenschar sofort an das Wasser und verbleibt dort mit ihnen in der Vegetationszone. Nach 40 bis 45 Tagen werden die Jungen flügge.

Der Rücken, der hintere Hals sowie die Kopfplatte der Küken sind dunkelbraun. Gelbliche Farbpartien finden sich am Rumpf und den Seiten. Die Körperseite ist gelblich weiß bis gelb. Der Vorderhals hellgrau. Das Gesicht ist ein warmes Hellbraun. Ein brauner Augenstreif zieht sich von der Schnabelbasis über das Auge bis zum Nacken. Dunkelbraune Flecken finden sich vor und hinter dem Auge. Auch die Küken haben schon überproportional große Schnäbel. Der Oberschnabel frisch geschlüpfter Küken ist braungrau mit einem rotbraunen Nagel. Der Unterschnabel ist fleischfarben bis blass orange. Die Füße und Beine sind dunkelgrau. Bei heranwachsenden Löffelenten färbt sich der Schnabel zunehmend zu einem helleren Blaugrau um.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Löffelente aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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