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Steckbrief
Brandgans Tadorna tadorna

Kurzinfos & Fakten

Größe
58 bis 67 cm
Gewicht
durchschnittlich 1180 g
Alter
bis ca. 20 Jahre
Spannweite
110 bis 133 cm
Geschwindigkeit
durchschnittlich 95 km/h
Nahrung
kleine Schnecken, Muscheln, Würmer, seltener Insekten und Wasserpflanzen, Herzmuscheln, Wattschnecken, Algen, Sämereien
Feinde
Möwen, Füchse
Geschlechtsreife
ab dem 22. Lebensmonat
Paarungszeit
Februar - April
Brutzeit
ab April
Eier / Gelege
7 bis 12 rahmweiße Eier
Brutdauer
29 bis 31 Tage
Zugverhalten
Strich- und Zugvogel
Gefährdung
Ungefährdet

Die Brandgans (Tadorna tadorna) ist eine Art aus der Familie der Entenvögel, die zur Unterfamilie der Halbgänse (Tadorninae) gehört. Halbgänse ähneln in ihrem Habitus Gänsen, sie haben jedoch auch Merkmale, wie sie für Eigentliche Enten charakteristisch sind. Vor allem in älterer Literatur findet man daher für diese Art die Bezeichnung Brandente.

Die Brandgans kommt in zwei voneinander getrennten Populationen vor, die etwas unterschiedliche Lebensräume nutzen. In Europa ist die Brandgans eine Art, die sich vor allem an der Küste aufhält. Die asiatische Population lebt überwiegend an salzigen und brackigen Steppengewässern. Es werden trotzdem keine Unterarten für diese Art unterschieden.

Beschreibung & Aussehen

Brandgänse erreichen ausgewachsen eine Körperlänge von 58 bis 67 Zentimeter und haben eine Flügelspannweite von 110 bis 133 cm. Das Gewicht schwankt sehr stark. Bei einer Untersuchung im Südwesten des Kaspischen Meeres wogen die Männchen im Februar zwischen 830 und 1500 Gramm. Das durchschnittliche Gewicht betrug 1180 Gramm. Weibchen waren mit durchschnittlich 813 Gramm und einer Gewichtsspannbreite von 562 bis 1085 Gramm deutlich leichter. Die Art hat eine gänseartige Gestalt und ist auf Grund der auffallend kontrastreichen Färbung des Gefieders unverwechselbar. Durch die Gefiederfärbung besteht zwar eine entfernte Ähnlichkeit mit der Löffelente, die Größe der Brandgans, ihre Langbeinigkeit sowie ihre Körperhaltung und ihr kurzer Schnabel schließen jedoch aus, dass sie mit dieser Ente verwechselt werden kann.

Im Prachtkleid sind beim Männchen der Kopf und der Vorderhals leicht schillernd schwarzgrün. Von den Schultern ausgehend verläuft je Körperseite ein grünschwarzes Längsband nach hinten. Rund um die vordere Brust und den vorderen Rücken zieht sich ein breites rotbraunes Band. Ausgehend von der braunen Brust verläuft ein weiteres schwarzes Band zum Bauch. Das Körpergefieder ist ansonsten überwiegend weiß.

Die Federn der Handschwingen sowie die Innenfahnen der Armschwingen sind an ihrer Basis weiß. Ansonsten sind die Handschwingenfedern sowie die Innenfahnen der Armschwingenfedern schwarz, während die Außenfahnen der Armschwingenfedern stark bronzegrün schillern. Am Unterschwanz und am Ellenbogen finden sich rotbraune Abzeichen. Das Unterschwanzgefieder ist ocker, und der weiße Schwanz hat eine schmale schwarze Endbinde. Das eindeutigste Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Geschlechtern ist während der Fortpflanzungszeit der rot gefärbte Schnabelhöcker, der sich nur beim Männchen ausbildet. Seine Größe variiert in Abhängigkeit von der Größe der Hoden. Der Schnabelhöcker bildet sich zurück, noch während das Weibchen brütet, und der Schnabel wird wieder dunkel rotbraun.

Im Ruhekleid sind die Farben etwas stumpfer. Die Übergänge vom weißen Körpergefieder zum rostbraunen Brustband sind dann fließender. Der Kopf wirkt mehr braunschwarz als schwarzgrün. Am Gesicht und an der Kehle sind vereinzelt weiße Federn erkennbar, die fleckförmig wirken können. Der schwarze Bauchstreif ist in dieser Zeit nur angedeutet oder kann ganz fehlen.

Anders als bei den meisten Enten besteht bei der Brandgans nur ein gering ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus. Die Weibchen sind lediglich bis zu einem Drittel kleiner als die Männchen und während der Fortpflanzungszeit ist das Gefieder des Männchens etwas kontrastreicher als das des Weibchens. Auch beim Weibchen schimmern Kopf und Vorderhals während der Fortpflanzungszeit schwarzgrün. Beim Weibchen sind allerdings das rotbraune Brustband und der schwarze Bauchstreif etwas schmaler als beim Männchen und etwas farbschwächer ausgebildet. Im Ruhekleid wirkt sein Kopf brauner als der des Männchens. Bei einzelnen Weibchen ist die Schnabelbasis schwärzlich.

Die Bewegungen der Brandgänse im Flug ähneln denen der Gänse. Brandgänse fliegen gewöhnlich niedrig. Große Scharen fliegen meist in unregelmäßigen Linien- oder Bogenformationen; die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit über Grund ziehender Brandgänse beträgt 95 km/h und kann bei günstigen Windverhältnissen bis 195 km/h betragen. Fliegende Brandgänse sind wegen ihrer weißen Flügel mit dem grünen Spiegel sowie ihrem auffällig kontrastreichen Körpergefieder einfach zu identifizieren.

Stimme, Gesang & Ruf

Zu den Instrumentallauten der Brandgans gehört ein pfeifend-schwirrendes Fluggeräusch. Ähnlich wie Enten gehört zur Balz ein Scheinputzen des Gefieders, bei dem der Schnabel ein Rattern auf den Kielen der Flügelfedern erzeugt.

Im Brutgebiet sind die Brandgänse sehr ruffreudige Vögel. Die Stimmen der beiden Geschlechter unterscheiden sich deutlich. Die Weibchen rufen sehr tief und sonor. Die lange, weit zu hörende nasale Rufreihe „gagagaga“ ist der Ruf des Weibchens nach dem Männchen. Sie wird sowohl von gehenden als auch fliegenden Weibchen gerufen. Die Ruffolge dieser „gagaga“-Laute ist sehr schnell. Bis zu zwölf Silben werden pro Sekunde vom Weibchen gerufen, so dass der Ruf nahezu trillerförmig wirkt. Auffliegende oder nach einer Störung wegschwimmende Weibchen rufen auch „ak-ak“ oder erregter „egegeg“. Die Rufe des Männchens sind dagegen hoch, pfeifend und nicht weit vernehmbar. Der Ruf des Männchens ist ein „tiju-tiju-tirrr-tiju“, das sowohl im Flug als auch am Boden gerufen wird. Der „tirrr“-Teil ist dabei ein weicher Triller, die anderen Bestandteile des Rufes werden langsam und betont gerufen oder auch sich steigernd und schnell gereiht.Besonders häufig sind die Rufe während der Balz zu hören, wenn das Männchen das Weibchen vor sich hertreibt.

Lebensraum

Anzutreffen sind die europäischen Brandgänse überwiegend an den flachen Sand- und Wattküsten sowie entsprechenden Flussmündungen, nur sehr selten sind sie auch an steilen oder felsigen Küstenabschnitten anzutreffen. Zur Brutzeit halten sich die Tiere meist in Buchten, Bodden und Flussmündungen auf und nur ausnahmsweise an der freien Meeresküste. Im Binnenland sind sie auch an großen Klärteichen und auf Rieselfeldern anzutreffen. Als Nahrungsbiotope dienen den Brandgänsen vor allem das Watt, Schlickbänke in Flussmündungen und Seichtwasserlagunen. Die asiatischen Populationen sind anders als die europäischen vor allem an Binnenseen anzutreffen. Charakteristisch für diese Steppengewässer ist salziges und brackiges Wasser sowie ein reiches Nahrungsangebot an Kleinorganismen.

Nahrung & Jagdverhalten

Als Nahrung nimmt die Brandgans vor allem kleine Schnecken, Muscheln und Würmer, seltener Insekten und Wasserpflanzen auf. Die überwiegende Nahrung im deutschen Wattenmeer bilden Herzmuscheln (Cardium edule), während an der britischen Nordseeküste Wattschnecken (Hydrobia ulvae) und an den Salzseen Südosteuropas und Sibiriens Salinenkrebse (Artemia salina) eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus werden aber auch Algen und im Winter Sämereien auf Feldern gefressen.

Die Nahrungssuche der Brandgänse ist weitgehend von den Gezeiten abhängig. Die Vögel suchen bei Niedrigwasser Nahrung und ruhen bei Hochwasser auf Sandbänken, Dünen oder Strandwiesen. In Abhängigkeit von Ebbe und Flut suchen Brandgänse auch während der Nacht nach Nahrung. Im Winter kann die Zeit, die Brandgänse mit der Nahrungssuche verbringen, bis zu 14 Stunden betragen.

Beim Nahrungserwerb durchseiht die Brandgans im Vorwärtsschreiten unter seitlicher Pendelbewegung des Kopfes das Wasser jeder Pfütze oder durchpflügt die Wasseroberfläche im Schwimmen mit dem Schnabel, um so treibende Nahrung aufzunehmen. Die maximale Wassertiefe, in denen Brandgänse erfolgreich Nahrung finden, liegt bei 40 Zentimeter. In dieser Tiefe tauchen Brandgänse mit ihrem gesamten Oberkörper im Wasser ein. Charakteristisch für Brandgänse ist, dass sie durch Trampelbewegungen der Füße die im Boden versteckten Muscheln freilegen. Diese Bewegungsweise ist angeboren und wird schon von eintägigen Dunenjungen gezeigt. Dunenjungen fressen bevorzugt Nereis, die zu den Vielborstern zählen, sowie Schlickkrebse wie Corophium volutator. Als Fraßreste von Muscheln und Schnecken bleiben meist nur Bruchstücke größerer Schalen zurück.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Brandgänse sind in der Regel monogam. Ihre partnerschaftliche Bindung ist von häufig mehrjähriger Dauer, obwohl Weibchen und Männchen oft zu unterschiedlichen Zeitpunkten das Brutgebiet zur Mauser und Überwinterung verlassen. Bei einer Untersuchung der Partnertreue unter Vögeln wiesen Brandgänse eine der niedrigsten Trennungsraten auf. Nur 2,4 Prozent der bestehenden Paare trennten sich jährlich. Die Paarbildung findet in den Jungvogelgruppen zu Beginn des Monats April während des ersten Lebensjahres statt. Bei den Brandgänsen ist starke Ortstreue die Regel. Viele Nistplätze werden seit rund dreißig Jahren besetzt. Zur Brut kommen nur die Brandgänse, die erfolgreich ein Nahrungsrevier besetzen können. Dabei handelt es sich meistens um die gesündesten und schwersten Tiere innerhalb einer regionalen Population. Die Besetzung eines Nahrungsreviers beginnt im späten Winter und endet mit dem Zeitpunkt, zu dem die Küken schlüpfen. In der Regel brüten weibliche Brandgänse das erste Mal im 2. Lebensjahr. Sich erstmals fortpflanzende männliche Brandgänse sind zwischen vier und fünf Jahren alt. Nicht brütende Brandgänse dagegen halten sich das ganze Jahr über in Trupps auf.

Brandgänse brüten an den europäischen Atlantikküsten bis hinunter in die Biskaya, darüber hinaus an den Küsten der westlichen Ostsee sowie im Bereich des Kaspischen Meeres. Weitere, kleinere Ansiedlungen gibt es im Westen des Mittelmeerraums. Die asiatischen Populationen bewohnen auch Flüsse und insbesondere Sumpfgebiete und Seen in Halbwüsten und Steppen. Das asiatische Verbreitungsgebiet reicht von der Türkei und dem Norden des Schwarzen Meeres über Zentralasien bis in die Mongolei und den Norden Chinas. Die Südgrenze des Verbreitungsgebietes verläuft durch den Iran und Afghanistan.

In Deutschland ist die Brandgans vorwiegend Brutvogel im Küstengebiet und auf den Inseln der Nordsee und der westlichen Ostsee. Als Brutvogel hält sie sich im Wesentlichen an die Meeresküste, dringt aber auf der Suche nach geeigneten Bruthöhlen auch weit landeinwärts vor. Die Ausdehnung in das Binnenland hängt in West- und Mitteleuropa sowie in Schweden mit der allgemeinen Bestandsentwicklung dieser Tierart zusammen. Regelmäßige Brutvorkommen im Binnenland gibt es zum Beispiel in den Rieselfeldern bei Münster (seit 1985) und vor allem am Niederrhein (seit 1961). Sie hat außerdem die Elbe aufwärts bis Dessau besiedelt.

Außerhalb der Brutzeit trifft man vor allem junge Vögel hin und wieder auf den größeren Gewässern in ganz Deutschland an. Im Wattenmeer der deutsch-niederländischen Nordseeküste überwintern große Scharen. Bevorzugte Überwinterungsräume liegen bei Wangerooge und Mellum, im Jadebusen und an der Westküste Schleswig-Holsteins. Der Verbreitungsschwerpunkt der Brandgans liegt in Westeuropa. Im riesigen asiatischen Verbreitungsgebiet kommt sie nur inselartig vor.

Die Balz beginnt bereits in den Überwinterungsgebieten und hat ihren Höhepunkt in der Phase zwischen dem Besetzen des Nistplatzes und dem Beginn der Brut. Unverpaarte Weibchen werden meist von mehreren Männchen umworben. Häufig kommt es dabei zu Reihflügen, bei denen einem auffliegenden Weibchen bis zu zehn Männchen folgen. Zur Balz des Erpels am Boden gehört ein senkrechtes Emporstrecken von Kopf und Hals sowie drehende Pumpbewegungen, die mit Kopf und Hals ausgeführt werden. Bei Brandgänsen kann man eine Gemeinschaftsbalz beobachten, was sie von anderen Gänsevögeln unterscheidet. Dabei finden sich mehrere Brutpaare an einer Stelle ein, die meist etwas erhöht liegt und gute Sichtmöglichkeiten bietet. Zwischen den Paaren kommt es dabei zu Attacken und Scheingefechten. Die eigentliche Begattung findet im Wasser statt. Ihr geht ein Schnabeleintauchen und Scheinputzen durch beide Geschlechter voran. Die Paarungsbereitschaft signalisiert das Weibchen, indem es sich flach im Wasser ausstreckt.

Brandgänse sind Höhlenbrüter und bevorzugen ein bis zwei Meter lange Erdröhren, an deren Ende sie ihre Nester errichten. Sie wählen als Neststandort bevorzugt Kaninchenbaue und sonstige Erdlöcher in Dünen, Dämmen oder Uferböschungen. Brandgänse brüten gelegentlich aber auch in Erdlöchern unter Gebäuden oder in den Zwischenräumen von Steinblöcken. Brandgänse sind sogar in bewohnten Fuchsbauen nachgewiesen worden. Brandgans und Fuchs halten für die Zeit der Aufzucht Burgfrieden. Zu enge Röhren wie etwa bei Kaninchenbauen werden von ihnen ausgescharrt. Brandgänse legen jedoch keine eigenen Höhlen an. Fehlen im Brutgebiet geeignete Höhlen, werden von den Brandgänsen auch mehr oder weniger offene Stellen unter Sträuchern angenommen. Das eigentliche Nest besteht aus einer mit Federn sowie blassgrauen Dunen ausgelegten Mulde.

Geeignete Nistplätze zeigt das Männchen an, indem es mit starr vorgestrecktem Kopf auf diese zuläuft. Das Weibchen wählt jedoch letztlich den Nistplatz aus. Nistplatz und Nahrungsreviere der Brandgans sind in der Regel voneinander getrennt. Dabei können die Nistplätze mehrerer Paare kolonienartig dicht beieinander liegen, während die Nahrungsreviere bis zu 3 km vom Nistplatz entfernt sind.

Jungvögel & Aufzucht

Die Eiablage beginnt in der Regel neun Wochen nach Wiederbesetzung des Nistplatzes. Das Gelege eines Weibchens umfasst gewöhnlich zwischen sieben und zwölf Eier. Diese sind glattschalig, stumpfoval und rahmweiß. Die Eier wiegen zwischen 75 und 77 Gramm. Geht das Gelege verloren oder wird das Weibchen während der Bebrütung so gestört, dass es das Gelege aufgibt, erfolgt in der Regel kein Nachgelege.

Es brütet allein das Weibchen, das einen Brutfleck entwickelt. Das Weibchen verlässt etwa drei bis vier Mal am Tag das Gelege, um zu fressen und sich zu putzen. Das Männchen hält sich jedoch in der Nähe des brütenden Weibchens auf und begleitet dieses auf Flügen zu den Nahrungsplätzen. Das Gelege und die Jungen werden von beiden Geschlechtern verteidigt. Die Drohgebärden ähneln den Balzposen. Durch eine mögliche Gefahr erregte Männchen zeigen pumpende Kopf- und Halsbewegungen. Stark beunruhigte Männchen schaukeln mit ihrem ganzen Körper nach vorne und hinten und rufen dabei erregt. Kommt ein Eindringling zu nahe, attackieren ihn beide Geschlechter, indem sie gänseähnlich mit gesenktem Kopf und geöffnetem Schnabel auf ihn zurennen und gegebenenfalls auch beißen. Brandgänse verteidigen so Gelege und Jungen gegenüber Schwimmenten, Blässhühner, Möwen und sogar erfolgreich gegen Säugetiere. Die Jungvögel verbergen sich bei Gefahr in der Vegetation oder tauchen auf dem Wasser weg. Mausernde Altvögel tauchen bei Gefahr.

Relativ häufig kommt es auch zu Mischgelegen von mehreren Weibchen mit bis zu 50 Eiern in einem Gelege. Sogar artübergreifende Mischgelege mit Mittelsägern werden gelegentlich beobachtet. Die Bebrütung beginnt nach Ablage des letzten Eis, die Brutdauer beträgt zwischen 29 und 31 Tagen. Die Küken schlüpfen weitgehend synchron. In einer Studie wurde für eintägige Dunenküken ein durchschnittliches Gewicht von 48,8 Gramm festgestellt. Mit 21 Tagen wogen die Jungvögel 715 Gramm. Die Jungtiere können schon nach 42 bis 44 Tagen flugfähig sein. In der Regel sind sie spätestens nach ihrem 50. Lebenstag flügge.

Einige der Jungvögel werden bis zu ihrem Flüggewerden durch die Elternvögel betreut. Eine große Anzahl der Jungvögel werden aber noch vor diesem Zeitpunkt von ihnen verlassen. Diese Jungvögel bilden so genannte „Kindergärten“, die aus den Jungvögeln unterschiedlicher Gelege bestehen. Diese Kindergärten können bis zu 100 Jungvögel zählen. Geführt werden sie häufig von Altvögeln ohne Bruterfolg. Solche Pflegeeltern zeigen noch Ende September keine Anzeichen von Mauser. Die Geschlechtsreife erreichen junge Brandgänse in der Regel ab dem 22. Lebensmonat.

Die Dunenküken haben ein sehr kontrastreiches schwarzbraun-weißes Gefieder. Kopfplatte, ein über den Hals und den Rücken bis zum Bürzel verlaufender Streifen, sowie die Schultern und die Schenkelseiten sind schwarzbraun. Ein dunkler Fleck jeweils hinter und unter dem Auge unterscheidet die Dunenküken von denen der Rostgans. Bei frisch geschlüpften Dunenküken ist der Schnabel blass blaugrau mit einer rosafarbenen Farbschattierung unmittelbar an der Schnabelbasis und einem gelbbraunen Nagel. Füße, Beine und Schwimmhäute sind olivgrau. Zu dem Zeitpunkt, zu dem junge Brandgänse flügge werden, hat sich der Schnabel zu hellrosa umgefärbt. Der Oberschnabel ist im Bereich der Schnabelspitze noch hellgrau. Die Beine sind graurosa, die Färbung der Füße und Schwimmhäute ist etwas intensiver rosa.

Noch nicht ausgewachsene Brandgänse sind am Oberhals, am Oberkopf und am Rücken graubraun. Die Stirn, Teile des Gesichts sowie die Körperunterseite sind weiß. Von den Ellenbogenfedern sind die Außenfahnen schwarzgrau. Bei den weiblichen Jungvögeln sind sie schwach und bei den männlichen Tieren stärker rotbraun übertönt. Im ersten Alterskleid ähneln die Jungvögel bereits weitgehend den adulten Brandgänsen. Allerdings haben die Flügel noch graue Decken, und der Stirnhöcker ist bei jungen Männchen nur schwach ausgebildet.

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