Steckbrief
Sepien Sepiida

Die Sepien (Sepiida) oder Echten Tintenfische, veraltet Kuttelfische (vgl. englisch cuttlefish), bilden eine Ordnung innerhalb der Zehnarmigen Tintenfische (Decabrachia), einer Teilgruppe der Tintenfische (Coleoidea). Sie haben das ursprüngliche kalkige gasgefüllte Gehäuse in stark abgewandelter Form als Sepia-„Schale“ beibehalten.
Der Mantel ist in der Regel stumpfer und weniger keilförmig als der der Kalmare, allerdings gibt es Kalmararten, die auf den ersten Blick den Sepien sehr ähnlich sehen. Den wesentlichsten Unterschied stellt aber die Ausprägung des Innenskeletts dar, welches bei den Sepien als flacher Kalkschulp ausgebildet ist. Dieser auch als Phragmokon bezeichnete Schulp enthält eine Vielzahl von gasgefüllten Kammern, die dem Tier statischen Auftrieb geben.

Wie die meisten anderen Tintenfische besitzen auch die Sepien einen hornigen Schnabel. Um den Mund herum befinden sich zehn Fangarme, die meist relativ kurz sind. Die längeren Tentakel (1 Paar) sind in der Ruhestellung zwischen den restlichen Armen versteckt. Die Sepien sind Lauerjäger und erreichen nicht so hohe Geschwindigkeiten wie die Kalmare. Den Hauptantrieb übernimmt ein Flossensaum, welcher als Band um den Körper verläuft und mit wellenartigen Bewegungen für den Vortrieb sorgt. Der Siphon wird ebenfalls eingesetzt, allerdings meist nur für kurze Strecken zur Flucht.

Vor der Küste der australischen Stadt Whyalla tauchen im Sommer Tausende von großen australischen Sepien (Sepia apama) auf. Diese große Sepienart kann eine Länge von 60 Zentimetern und ein Gewicht von über fünf Kilogramm erreichen.

Ernährung

Anders als die Kalmare sind die Sepien nicht an das Leben im freien Wasser (Pelagial) der Meere angepasst, sie leben vor allem in Bodennähe. Sie ernähren sich von Fischen und Krebsen.

Tarnung

Die meisten Sepien sind zu Farbwechseln fähig und können sich blitzschnell eingraben. Aus diesem Grund können sie sich sehr gut tarnen und brauchen nicht weit vor Feinden zu fliehen. Die Tiere signalisieren jedoch durch Farbwechsel auch ihre jeweilige Stimmung, etwa die Paarungsbereitschaft oder Stress.

Ebenfalls der Tarnung dient der Tintenbeutel, der eine dunkle Tinte aus konzentriertem Melanin enthält. Diese wurde früher als Sepia zur Färbung von Kleidung oder Fotopapier verwendet, heute wird sie beinahe ausschließlich als Farbstoff für schwarze Pasta (Sepia) benutzt.

Fortpflanzung

Sepien treffen sich in großen Schwärmen, um sich zu paaren. Dabei kommt es unter den Männchen zu Rivalenkämpfen um die Weibchen. Trifft ein Männchen direkt auf einen Artgenossen, nimmt seine Oberfläche das gestreifte Muster der Balzfärbung an, und die Arme werden seitlich ausgestreckt. Verändert sich als Reaktion darauf das Äußere des Artgenossen auf die gleiche Weise, wird er als männlicher Konkurrent erkannt und angegriffen. Tritt keine Veränderung bei dem Gegenüber ein, handelt es sich um ein Weibchen.

Hat sich ein Paar gefunden, überträgt das Männchen mit seinem Paarungsarm, dem Hectocotylus, eine Spermatophore in eine Speichertasche unter der Mundhöhle des Weibchens, wo sie bis zur Befruchtung aufbewahrt wird. Die Eier werden eins nach dem anderen ausgeschieden. Dazu legt das Weibchen die Arme zu einer Röhre zusammen, in der die Eier an dem Samenspeicher vorbei transportiert und so befruchtet werden. Am Ende der Röhre formen die Armspitzen zwei Zipfel aus der Sekrethülle des Eis, womit die Eier an Wasserpflanzen oder anderen Strukturen befestigt werden. Kurz nach der Paarung und Eiablage sterben die Tiere.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Sepien aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.