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Steckbrief
Weißwedelhirsch
Odocoileus virginianus
Bilder &
Fotos
Der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) ist die häufigste Hirschart Nordamerikas. Er ist deutlich kleiner und zierlicher als die oft in gleichen Regionen verbreiteten Wapitis.
Beschreibung & Aussehen
Im Winter ist das Fell fast zinngrau, im Sommer dagegen rötlicher und oben dunkler als unten. Namengebend ist der Schwanz, der oberseits braun ist, unterseits aber weiß. Auf der Flucht wird er aufgerichtet, so dass man ein weißes „Fluchtsignal“ sieht. Nur die Männchen tragen ein Geweih. Es wird jeweils nach der Brunft abgeworfen und danach wieder neu gebildet. Beide Geweihstangen sind halbkreisförmig nach vorne und außen gerichtet und tragen normalerweise sechs oder sieben Sprossen.
Die Größe variiert stark zwischen den Unterarten. Bei den Tieren der nördlichen USA beträgt die Schulterhöhe etwa 1,0 bis 1,1 m und das Gewicht des Männchens zwischen 100 und 150 kg. Weibchen sind geringfügig kleiner und leichter. Nach Süden hin werden die Unterarten kleiner. Auf den Florida Keys leben Weißwedelhirsche mit einer durchschnittlichen Schulterhöhe von 60 cm und einem Gewicht von 35 kg (Inselverzwergung). Die Lebenserwartung beträgt ungefähr zehn Jahre.
In der Regel tragen nur die Männchen ein Geweih. Es gibt jedoch Phänotypen, bei dem auch die Weibchen Geweihe tragen. Ebenso existiert eine geweihlose Morphe von Männchen, die aber offenbar fortpflanzungsfähig sind. Ein weiterer Phänotyp an Männchen verliert die samtartige Haut über den Geweihstangen nicht, die gewöhnlich von den Männchen abgeworfen wird, sobald das Geweih ausgebildet ist. Dieser Phänotyp weist auch einen Körperbau auf, der eher dem der Weibchen entspricht. Sie gelten als unfruchtbar. In einigen Regionen beträgt der Anteil solcher Weißwedelhirsche 10 Prozent an der Gesamtpopulationen, kann aber vereinzelt auch deutlich höher sein. Die Biologin Joan Roughgarden argumentiert deshalb, dass der Anteil zu hoch ist, als dass der Anteil als für die Gesamtpopulation als schädlich betrachtet werden kann.
Lebensraum
Der Weißwedelhirsch ist von Südkanada bis Peru und Nordbrasilien verbreitet. Er gehört zu den am weitesten verbreiteten Hirscharten überhaupt. Sie sind einer Vielzahl unterschiedlichster Habitate angepasst. Es gibt sie sowohl in den großen Wäldern Neuenglands als auch in der Prärie, in den Sümpfen der Everglades ebenso wie in den Halbwüsten Mexikos und Arizonas. In Südamerika bewohnt er Galeriewälder, küstennahes Buschland und die Nordhänge der Anden, fehlt aber im Regenwald. In Mittel- und Südamerika sind Weißwedelhirsche generell sehr viel seltener als in Nordamerika (siehe Bedrohung und Schutz).
Weißwedelhirsche wurden auch in andere Teile der Welt eingeführt. 1934 brachte man wenige Tiere nach Finnland, wo sie sich inzwischen stark vermehrt und selbsttätig in benachbarte Staaten Skandinaviens ausgebreitet haben. Auch in Tschechien gibt es eine eingeschleppte Population. Außerdem ist der Weißwedelhirsch eine von sieben Hirscharten, die in Neuseeland zu Jagdzwecken eingebürgert wurden.
Nahrung
Der Weißwedelhirsch lebt von Blättern, Gräsern, Knospen, Beeren, und anderen Wildfrüchten sowie von Baumrinden.
Fortpflanzung & Paarung
Generell ist der Weißwedelhirsch eher ein Einzelgänger als ein Herdentier. Dies gilt allerdings nur bedingt, denn vor allem außerhalb der Paarungszeit finden sich Weibchen ebenso wie Männchen immer wieder zu losen Verbänden zusammen. Zur Brunft suchen die Männchen einzelne Weibchen – anders als Wapitis versuchen sie nicht, einen Harem zu unterhalten.
Jungtiere & Aufzucht
Die Weibchen bringen nach einer Tragzeit von etwa 200 Tagen ein bis zwei, sehr selten auch drei oder vier Kälber zur Welt. Wie viele junge Hirsche sind die Kälber bei der Geburt mit weißen Flecken überzogen.
Wichtiger Hinweis:
Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel
Weißwedelhirsch
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