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Steckbrief
Wacholderdrossel Turdus pilaris

Kurzinfos & Fakten

Größe
22 - 27 cm
Gewicht
durchschnittlich 110 g
Alter
bis 10 Jahre möglich
Spannweite
bis 42 cm möglich
Nahrung
Regenwürmer, Wirbellose Tiere, Beeren, Früchte, Fallobst
Feinde
Greifvögel, Rabenvögel
Geschlechtsreife
gegen Ende des ersten Lebensjahres
Paarungs- und Brutzeit
frühestens Ende März, überwiegend im April und Ende Juni
Eier / Gelege
2 - 7 Eier
Brutdauer
10 - 13 Tage
Zugverhalten
Kurzstreckenlzieher, Zugvogel
Gefährdung
Ungefährdet

Die Wacholderdrossel (Turdus pilaris) ist eine Vogelart aus der Familie der Drosseln (Turdidae). Diese große Drosselart besiedelt die mittlere und nordöstliche Paläarktis von Schottland und dem mittleren Frankreich nach Osten bis zum Amur in Sibirien. Sie bewohnt halboffene Landschaften, in Mitteleuropa vor allem Waldränder und Baumgruppen mit angrenzendem feuchtem Grünland. Die Art hat ihr Areal in den letzten etwa 200 Jahren stark nach Westen ausgedehnt und ist heute im östlichen Mitteleuropa ein mäßig häufiger Brutvogel. Die Wacholderdrossel ist überwiegend Kurzstreckenzieher und verbringt den Winter vor allem in Mittel- und Südwesteuropa sowie im Mittelmeerraum.

Die Art wurde früher Krammetsvogel (seltener: Kramtsvogel, Krammetvogel oder Krummetvogel) genannt, der Name ist abgeleitet von der alten Bezeichnung Krammet (auch: Kranewitt) für den Wacholder.

Beschreibung & Aussehen

Die Wacholderdrossel ist mit einer Körperlänge von 22 bis 27 cm nur wenig kleiner als die bekanntere Amsel, jedoch etwas langflügeliger als diese und deutlich schwerer. Die Art ist verglichen mit den anderen Drosseln Mitteleuropas auffallend bunt, die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Bei adulten Vögeln sind oberer Rücken, die Schulterfedern und die Oberflügeldecken rötlich braun; Kopf, hinterer und seitlicher Hals sowie hinterer und unterer Rücken sind hellgrau.

Der Kopf zeigt einen deutlichen weißlichen Überaugenstreif. Kehle, Vorderhals und obere Brust sind auf ockergelbem Grund schwärzlich gestrichelt, die Flanken zeigen auf meist etwas blasser rötlich beigem Grund dunkle, pfeilspitzenähnliche Flecken. Die übrige Unterseite des Rumpfes, die Unterschwanzdecken sowie die Unterflügeldecken sind weiß. Die Schwingen sind dunkel graubraun und schmal hell gerandet. Der Schwanz ist schwarzgrau.

Die Beine sind dunkelbraun, der Schnabel ist gelb bis gelborange mit dunkler Spitze. Die Iris ist dunkelbraun.

Stimme, Gesang & Ruf

Der wenig melodische Gesang wird überwiegend im Flug vorgetragen. Er ist gepresst zwitschernd mit schrillen und krächzenden Tönen; die bei anderen Drosseln typischen flötenden Motive fehlen. Durchzügler und Wintergäste rufen im Flug durchdringend und gepresst „gii“ und vor allem häufig rau tschackernd „schack, schack, schack“.

Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Wacholderdrossel umfasst große Teile der mittleren und nordöstlichen Paläarktis von Schottland und dem mittleren Frankreich nach Osten bis zum Oberlauf des Amur in Sibirien. In Nord-Süd-Richtung reicht die Verbreitung in Europa von der Nordspitze Norwegens bis zum Südrand der Alpen und in die mittlere Ukraine. Die Art hat ihr Areal in den letzten etwa 200 Jahren stark nach Westen ausgedehnt: In der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts verlief die westliche Grenze des geschlossenen Areals in Europa z. B. noch durch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Oberfranken. Die Ursachen dieser Arealausdehnung sind unklar.

Die Wacholderdrossel bewohnt halboffene Landschaften, in Mitteleuropa vor allem Waldränder und Baumgruppen mit angrenzendem feuchtem Grünland, aber auch Streuobstwiesen, Parks und größere Gärten. In Sibirien bewohnt die Art auch stark aufgelockerte Laub- und Mischwälder, vor allem in der Nähe zu Fließgewässern. Generell werden kleinräumig feuchte und kühlere Habitate bevorzugt. Wichtige Habitatelemente sind Flächen mit frischen bis feuchten Böden und niedriger grasiger Vegetation für die Nahrungssuche und höhere Bäume und Büsche für die Nestanlage; Nahrungsflüge erfolgen meist nur bis in 250 m Entfernung vom Brutplatz.

Nahrung & Jagdverhalten

Die Nahrung besteht sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Bestandteilen. Im Frühjahr und Sommer werden weit überwiegend Regenwürmer verzehrt, daneben auch andere Wirbellose. Ab Mitte Juni werden Beeren und andere Früchte einschließlich Fallobst gefressen, diese bilden im Herbst und im Winter den überwiegenden Teil der Nahrung. Ob die Wacholderdrossel auch zu den Mistelverbreitervögeln gehört, wie teilweise behauptet wurde, muss noch endgültig geklärt werden.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Die Wacholderdrossel brütet meist in kleinen Kolonien, aber auch einzeln. Vor allem Koloniebrüter verteidigen die Nestumgebung sehr vehement mit Sturzflügen gegen Rabenvögel und Greifvögel, aber auch gegen andere Nestfeinde. Nicht selten versuchen sie dabei den Störenfried durch gemeinschaftliches Bekacken (mit „Kotbomben“) vorübergehend oder bleibend flugunfähig zu machen. Das Nest wird auf Bäumen und hohen Sträuchern errichtet, häufig auf alten Bäumen und dann auffallend offen in Stammgabelungen oder auf starken Ästen am Stamm. Es besteht außen und an der Basis aus groben Grashalmen oder Blättern. Dieser „Rohbau“ wird mit nasser Erde ausgekleidet und der Napf dann mit einer Schicht feiner Grashalme ausgelegt.

Die Eiablage erfolgt in Mitteleuropa frühestens Ende März, überwiegend im April. Zweitbruten kommen in Mitteleuropa regelmäßig vor, letzte Gelege werden hier Ende Juni begonnen. Das Gelege besteht aus 2–7, meist 5–6 Eiern, die auf hell bläulichgrünem Grund sehr variabel rotbraun gefleckt sind. Die Brutzeit dauert 10–13 Tage. Die Bebrütung erfolgt ausschließlich durch das Weibchen.

Jungvögel & Aufzucht

Die Nestlinge werden bis zum Alter von 9–10 Tagen auch nur vom Weibchen gehudert, danach aber von beiden Eltern gefüttert. Die Jungvögel können mit 18 Tagen schon gut fliegen, mit etwa 30 Tagen sind sie selbstständig.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Wacholderdrossel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.