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Steckbrief
Kaffernbüffel Syncerus caffer

Der Kaffernbüffel (Syncerus caffer), auch Schwarzbüffel, Afrikanischer Büffel oder Steppenbüffel genannt, ist ein sehr großer Vertreter aus der Familie der Hornträger, welcher in weiten Teilen des östlichen und südlichen Afrikas vorkommt. Dort bewohnt er offene Savannenlandschaften und bewaldete Flussgebiete des Tief- und Hochlands. Charakteristisch ist der robuste Körperbau und die großen, abwärts geschwungenen Hörner, die auf großen Hornbasen auf der Stirn aufsitzen.

Beschreibung & Aussehen

Der Kaffernbüffel stellt den größten Vertreter der afrikanischen Rinder (Bovini) dar und erreicht die Ausmaße seiner asiatischen, wildlebenden Verwandten. Er besitzt eine Kopf-Rumpf-Länge von 240 bis 340 cm (zuzüglich eines 50 bis 110 cm langen Schwanzes), eine Schulterhöhe von 148 bis 175 cm und ein Gewicht von 350 bis 900 kg. Ein Sexualdimorphismus ist deutlich ausgeprägt, die Bullen sind größer und können bis zu doppelt so schwer wie die Weibchen werden. Untersuchungen von Tieren aus Tansania ergaben ein Gewicht für männliche Tiere von 661 bis 849 kg, für weibliche von 426 bis 468 kg. Entsprechende Angaben für Tiere aus Sambia liegen bei 472 bis 723 kg beziehungsweise 386 bis 536 kg. Insgesamt ist der Kaffernbüffel sehr kräftig gebaut und besitzt verhältnismäßig kurze Gliedmaßen und einen Buckel oberhalb der Schultern.

Das Fell hat in beiden Geschlechtern eine rabenschwarze Färbung, bei alten Bullen kann es ausdünnen, so dass Flecken von dunkler Haut am Kopf sichtbar werden. Der Schwanz endet in einer auffälligen, ebenfalls dunklen Quaste. Der massige Kopf ist mit einem breiten Maul ausgestattet, die Nase ist feucht und nackt. Die großen, hängenden Ohren sind gefranst. Besonders auffällig zeigen sich die großen, am Ende spitzen Hörner, die quer über den vorderen Kopf verlaufend ansetzen und seitlich nach unten biegen. Sie spannen 73 bis 134 cm weit auseinander, die Länge der einzelnen Hörner über die Krümmung gemessen ist mit 66 bis 116 cm nahezu identisch zur Spannweite. Das längste jemals gemessene Horn erreichte 163 cm und stammt von einem Bullen aus dem Lake-Manyara-Nationalpark in Tansania. Die Hörner sind nicht geriffelt und vor allem bei Männchen besonders massiv, ihre Basen dehnen sich deutlich über den Vorderkopf und treffen sich auf der Mittellinie des Schädels. Es gibt aber keine Übereinstimmung mit dem Alter der Tiere und der Größe der Hornbasis. Im Gegensatz zu weiblichen Tieren mit ihren grazileren Hörnern wachsen bei den männlichen zwischen den Hornansätzen keine Haare. Die Hufe haben eine große, gerundete Form, zudem treten Afterklauen auf. Die Hinterfußlänge beträgt 56 bis 61 cm. Bestimmte Drüsen zum Absetzen von Sekreten sind nicht ausgebildet. Kühe haben einen kleinen, gerundeten Euter mit zwei Zitzenpaaren.

Das Sozialsystem des Kaffernbüffels ist komplex und umfasst Herden aus verwandten Kühen mit Jungtieren und gelegentlich Bullen, Junggesellengruppen aus männlichen Tieren und einzelne männliche Individuen.

Vor allem die jeweiligen Herden zeigen ein dynamisches Verhalten durch permanentes Aufspalten und Wiedervereinen. Sie ziehen in räumlich begrenzten Aktionsgebieten in einem jährlich von Witterung und Nahrungsangebot vorgegebenen Rhythmus umher. Die sie begleitenden oder flankierenden Bullen sind regelmäßig in Dominanzkämpfe um das Paarungsvorrecht eingebunden, die mit Kopf- oder Körperrammen durchgeführt werden. Kühe bringen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt, welches rund ein bis anderthalb Jahre gesäugt wird. Der weibliche Nachwuchs verbleibt zumeist in der Herde, der männliche verlässt sie später. Die Nahrung umfasst überwiegend harte Gräser, in Trockenzeiten kann aber auch der Anteil an weicheren Pflanzen deutlich ansteigen. Dadurch haben die Tiere saisonal und regional bedingt unterschiedliche Ernährungsstrategien. Die Bestände sind im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes in Folge einer Rinderpest-Epidemie zusammengebrochen. Heute ist der Kaffernbüffel weitgehend auf Schutzgebiete beschränkt, gilt aber als häufig und nicht bedroht. Die Art wurde 1779 beschrieben.

Lebensraum

Der Kaffernbüffel kommt in weiten Teilen des östlichen und südlichen Afrikas vor. Das Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Äthiopien und Somalia im Nordosten südwärts über Kenia, Tansania, Uganda und dem äußersten Osten und Südosten der Demokratischen Republik Kongo in Ostafrika sowie über Sambia, Simbabwe, Mosambik bis nach Südafrika, dem Nordosten von Namibia und Süden von Botswana. Die Art bewohnt eine Vielzahl von verschiedenen Landschaftstypen, die gut durchfeuchtete Savannen, Sümpfe und Überflutungsebenen umfassen. Daneben tritt sie aber auch in trockeneren Savannen und Auwäldern trockener Habitate auf, sofern Wasser zur Verfügung steht. Die Tiere sind auch in montanen Waldgebieten bis auf 3000 m Höhe anzutreffen, extrem hohe Nachweise liegen bei 4700 m am Mount Kenya. In besonders zuträglichen Gebieten, etwa im Lake-Manyara-Nationalpark in Tansania, kann der Kaffernbüffel mit rund 20 Individuen je Quadratkilometer in sehr hoher Anzahl auftreten, im Ngorongoro-Krater liegt die Populationsdichte entsprechend bei etwa 11, in der Serengeti bei 8 Individuen auf einer vergleichbar großen Fläche. In Trockenlandschaften wie etwa dem Lowveld in Südafrika geht sie auf bis zu 2 Individuen je Quadratkilometer zurück.

Nahrung

Als weitgehende Offenlandart besteht die Hauptnahrung des Kaffernbüffels aus Gräsern. Hierbei bevorzugt er langhalmige Gräser vor breitblättrigen und toleriert auch solche mit einem hohen Faseranteil. Er meidet aber solche mit niedrigem Nährstoffgehalt oder Pflanzen, die ätherische Öle enthalten. Zu den am häufigsten verzehrten Pflanzen gehören Hundszahngräser, Fingerhirsen und Rispenhirsen sowie Vertreter der Gattungen Sporobolus und Heteropogon. Bei hoher Verfügbarkeit an Gräsern – etwa zur Regenzeit – frisst ein Tier große Mengen und ist wenig wählerisch, bei geringerer Verfügbarkeit oder schlechterer Qualität geht es eher selektiv vor. In der Serengeti bevorzugt der Kaffernbüffel in der Regenzeit weitgehend Grashalme, in der Trockenzeit, wenn die Gräser verschwinden, zieht er sich in Flussniederungen zurück, wo das Nahrungsangebot umfangreicher ist. In trockenen Landschaften wie der Sukkulent-Karoo des südlichen Afrikas, wo Gräser weitaus seltener sind, stellt weicheres Pflanzenmaterial einen größeren Teil der vertilgten Menge.

Hier ergaben Untersuchungen, dass während der trockenen Jahresabschnitte der Anteil an weichen Pflanzen bis zu 33 % erreichen kann, während er in der feuchteren auf etwa 28 % absinkt. Die Tiere fressen dann unter anderem auch Akaziengewächse, Sternbüsche, Rautengewächse oder den Kap-Bleiwurz. In der grasreicheren Nama-Karoo konnten dagegen derartige Unterschiede nicht festgestellt werden, da Gräser hier 95 % der aufgenommenen Nahrung ausmachen. Allerdings konnte hier ein Wechsel an bevorzugten Pflanzen innerhalb der verschiedenen Jahreszeiten ausgemacht werden. So dominierten Sporobolus-Gräser in den feuchten Jahresabschnitten, Themada-Gräser dagegen in den trockenen.Täglich muss ein Tier rund 2,2 % seiner Körpermasse vertilgen, was in etwa 14 bis 15 kg entspricht. Da der Kaffernbüffel von Wasser abhängig ist, entfernt er sich selten weiter als 8 bis 20 km von offenen Wasserstellen. Bedeutend sind darüber hinaus Salzlecken, unter anderem auch von schwitzenden Artgenossen, oder das Fressen eisenhaltiger Substrate vor allem in großen Höhenlagen wie am Mount Kenya.

Fortpflanzung & Paarung

Die Paarung kann beim Kaffernbüffel prinzipiell das ganze Jahr über erfolgen. In Regionen mit ausgeprägten Jahreszeiten und somit einem qualitativ und quantitativ schwankenden Nahrungsangebot ist sie jedoch saisonal beschränkt. In der Serengeti werden Paarungen von November und zunehmend bis Juli beobachtet, in der südafrikanischen Provinz Limpopo sind sie von Regenfällen und dem jeweiligen Nahrungsangebot abhängig. Letzteres lässt darauf schließen, dass die körperliche Kondition der weiblichen Tiere ausschlaggebend für die Paarung und Geburt ist. Kühe gebären ihr erstes Kalb mit 4 bis 5 Jahren, Bullen sind mit 8 bis 9 Jahren voll geschlechtsreif. Die männlichen Tiere sind in ein hierarchisches System eingebunden, welches die Fortpflanzung regelt.

Dazu führen die männlichen Tiere regelmäßig Paarungs- und Dominanzwettkämpfe durch, die unter anderem aus Kopf- und Körperrammen bestehen; ersteres findet häufig zwischen dominanten und unterlegenen, letzteres zwischen gleichrangigen Tieren statt. Sie beginnen damit, dass ein Tier mit erhobenem Kopf und nach unten weisender Nase stillsteht, vergleichbar dem Dominanzverhalten. Oftmals wird der Kopf dabei auch ab- und aufwärts geführt. Die ganze Prozedur kann schon in 30 m Entfernung voneinander starten und ist teilweise mit einem tiefen Grummeln verbunden. Danach kommt es zum Angriff, wobei das Tier den Kopf so weit absenkt, dass beim Aufeinandertreffen die Energie auf die verstärkte Basis der Hörner gelenkt wird. Der Gewinner wird durch die Kraft und Geschwindigkeit bestimmt, der Verlierer sucht im Abschluss zumeist das Weite, wird manchmal aber vom Sieger bis zu 100 m verfolgt.

Bullen testen die Empfangsbereitschaft der Kühe beständig durch Beschnuppern der Geschlechtsorgane oder des Urins und zeigen dabei ein Flehmen. Der Sexualzyklus der Kühe dauert etwa 18 bis 22 Tage, der Östrus selbst einen Tag. Paarungswillige Bullen legen ihr Kinn auf den Rumpf der Kuh und signalisieren so Bereitschaft. Die Kuh wiederum erwidert ihre Bereitschaft durch Stillstehen und Schwanzbewegung. Die Kopulation währt eher kurz und wird innerhalb von 30 Minuten mehrfach wiederholt.

Jungtiere & Aufzucht

Die Tragezeit der Kühe dauert bis zu 11,5 Monate (durchschnittlich 340 Tage), das Geburtsintervall beträgt 15 bis 24 Monate. Meist kommt nur ein Kalb zur Welt, das 39 bis 41 kg schwer ist; Zwillingsgeburten sind sehr selten. Das Geburtsgewicht schwankt leicht mit der Jahreszeit. Das Fell der Jungtiere ist schwarz oder dunkelgrau und ändert teilweise während des Wachstums die Farbe. Das Kalb benötigt mehrere Stunden nach der Geburt, um sicher zu stehen und bewegt sich in den folgenden Wochen eher langsam und behäbig fort. Mutter und Jungtier sind nach der Geburt etwas getrennt von der Herde, in dieser Zeit achtet das Muttertier sorgfältig auf das Junge. Insgesamt ist die Herde sehr aufmerksam auf Jungtiere, so dass eine Erbeutung durch Beutegreifer selten erfolgt.

Das Junge saugt unregelmäßig, anfänglich bis zu 10 Minuten lang. Nach rund vier Wochen wird es etwa 5 Minuten lang gestillt. Während der Wachstumsphase spielen oder tummeln Jungtiere kaum, jungadulte Bullen führen aber Sparringskämpfe durch. Die Stillzeit endet unterschiedlich, abhängig von der Dichte der Population. Am Lake Manyara mit einer hohen Individuenzahl werden Jungtiere nach anderthalb Jahren entwöhnt, in der weniger dicht besiedelten Serengeti schon nach zehn Monaten, wenn das Muttertier im siebten Monat trächtig mit neuem Nachwuchs ist. Männliche Tiere verlassen die mütterliche Herde, weibliche verbleiben dort. Durchschnittlich liegt die Lebenserwartung bei 18 bis 20 Jahren in freier Wildbahn, einzelne Tiere in menschlicher Gefangenschaft wurden über 30 Jahre alt.

Wichtiger Hinweis:

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