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Steckbrief
Seidenschwanz Bombycillidae

Kurzinfos & Fakten

Größe
18 cm
Gewicht
50 - 60 g
Alter
bis 13 Jahre
Spannweite
bis 35 cm
Nahrung
Beeren (Ebereschen-, Wacholder-, Mistel-, Schneeball-, Liguster- und Weißdornbeeren sowie Hagebutten), Äpfel, Birnen, Insekten
Feinde
Greifvögel
Geschlechtsreife
mit einem Jahr
Paarungs- und Brutzeit
Mai - Juli
Eier / Gelege
4 - 6 blaugraue Eier mit schwarzen Punkten
Brutdauer
13 - 14 Tage
Zugverhalten
Standvogel, Teilzieher
Gefährdung
Ungefährdet

Der Seidenschwanz (Bombycilla garrulus) ist ein Singvogel aus der Familie der Seidenschwänze (Bombycillidae). Zwei (oder drei) wenig differenzierte Unterarten werden unterschieden: neben der Nominatform die nearktische Rasse B. g. pallidiceps sowie die in ihrem taxonomischen Rang etwas unklare Varietät (oder Unterart) B. g. centralasiae.

Beschreibung & Aussehen

Der Seidenschwanz wird bis 18 cm groß und wiegt 50 bis 60 Gramm. Aus der Ferne wirken die knapp starengroßen Vögel eher unauffällig rostgraubraun, aus der Nähe sind sie jedoch sehr auffällig und bunt. Auffälligstes und unverkennbares Kennzeichen ist die spitz nach hinten verlaufende, teilweise aufrichtbare Federhaube. Vom Ansatz des kräftigen schwarzen Schnabels zieht sich über die Augen bis zum Nacken ein tiefschwarzer Streifen, der bei ausgefärbten Vögeln eine feine weiße Randung aufweist. Ähnlich wie beim gleich großen, aber nicht verwandten Kernbeißer zeigt sich unter dem Schnabel ein schwarzer Kehllatz. Der Schwanz endet mit einer schwarzen und danach dottergelben Binde.

Einige der Armschwingen enden in meist roten (manchmal auch rotorangen), wie Siegellack glänzenden Tröpfchen, die zum englischen Namen Waxwing geführt haben. Aus der Nähe fällt die feine weiße Bänderung der orangegelb eingefassten tiefschwarzen Handschwingen auf. Die Jungtiere haben eine weißliche, grau gestrichelte Kehle; der Bauch ist weißlich und braungrau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht in Größe und Farbe.

Er ist ein geselliger Vogel und daher meist in Gruppen anzutreffen. Ein Seidenschwanz kann bis zu 13 Jahre alt werden.

Stimme, Gesang & Ruf

Sein gläserner Ruf klingt wie „Sirrrrr“ oder „wie ein klingelnder Schlüsselbund“.

Lebensraum

Der Seidenschwanz besiedelt die gesamte Taigazone von Nordskandinavien bis zur Hudson Bay in Kanada. Die nördliche Verbreitungsgrenze fällt mit der Übergangszone von Taiga zur Waldtundra zusammen, die Südgrenze der Verbreitung ist regional sehr unterschiedlich: Zwar werden im gesamten Verbreitungsgebiet vor allem die nördlicheren Teile der Taiga besiedelt, es bestehen aber – insbesondere in Zentral- und Ostsibirien – auch größere Vorkommen, die am Südrand des Waldgürtels liegen. Die Art brütet in aufgelockerten, zum Teil unterholzreichen, fichtendominierten Mischwaldbeständen, sehr häufig in Gewässernähe. In Ostasien werden bevorzugt lockere Lärchenbestände besiedelt. Aber auch relativ trockener Birkenwald, wie er etwa in den Fjälls besteht, wird als Bruthabitat angenommen.
Die fallweise in den Süden abwandernden Seidenschwanzschwärme halten sich dort nomadisierend sehr häufig in anthropogen gestalteten Lebensräumen wie Parklandschaften, Friedhöfen oder Stadtrandgebieten auf und nützen das dort bereitstehende Nahrungsangebot.

Nahrung & Jagdverhalten

Im Herbst und Winter besteht die Nahrung aus Beeren (Ebereschen-, Wacholder-, Mistel-, Schneeball-, Liguster- und Weißdornbeeren sowie Hagebutten), Äpfeln und Birnen. Ebenso werden in Städten durch einzelne Schwärme in wenigen Tagen große Flächen von Wildem Wein flächig abgeerntet, bevor dann zu einem anderen Standort gewechselt wird. Zur Brutzeit ernährt sich der Seidenschwanz von Insekten, die er von einer Warte aus entdeckt und anschließend im Flug erbeutet. Der Seidenschwanz vertilgt an jedem Tag etwa das Doppelte seines eigenen Körpergewichts. Den möglichen Alkoholgehalt von überreifen Früchten kann er durch seine große Leber ziemlich schnell abbauen.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Die Geschlechtsreife tritt mit einem Jahr ein. Die Hauptbrutzeit ist Mai bis Juli. Das napfförmige Nest aus Gras, Haaren, Moos und Nadelbaumzweigen wird im oberen Bereich von Bäumen gebaut, deren Standort meistens am Waldrand liegt, in der Nähe von Gewässern und anderen Brutpaaren. Das Weibchen legt vier bis sechs blaugraue Eier mit schwarzen Punkten. Diese werden 13 bis 14 Tage lang vom Weibchen bebrütet. Für Futter durch Insekten und Beeren sorgt in der Brutzeit das Männchen. Jedes Jahr sucht sich der Seidenschwanz einen neuen Partner. Die Balz besteht unter anderem aus dem Füttern des Weibchens mit Beeren.

Jungvögel & Aufzucht

Die Jungvögel werden nach etwa 15 bis 17 Tagen flügge.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Seidenschwanz_%28Art%29 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.