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Steckbrief
Buchfink Fringilla coelebs

Kurzinfos & Fakten

Größe
14 - 18 cm
Gewicht
18 - 25 g
Alter
bis 5 Jahre
Spannweite
ca. 27 cm
Nahrung
Beeren, Samen aller Art, Insekten, Spinnen
Feinde
Greifvögel wie Sperber, Falken, Rabenvögel, Raubtiere wie Marder, Katze
Geschlechtsreife
im zweiten Lebensjahr
Paarungs- und Brutzeit
je nach Verbreitungsgebiet von Ende März - November
Eier / Gelege
4 - 6 Eier
Brutdauer
13 - 14 Tage
Zugverhalten
Mitteleuropa: Teilzieher
Nord- und Osteuropa: Zugvogel
Gefährdung
Ungefährdet

Der Buchfink (Fringilla coelebs) ist ein zur Familie der Finken (Fringillidae) gehöriger Singvogel. Er kommt in ganz Europa mit Ausnahme Islands und des nördlichsten Skandinaviens vor, sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich in östlicher Richtung bis nach Mittelsibirien. Er ist außerdem ein Brutvogel in Nordafrika und Vorderasien bis einschließlich des Irans. In Neuseeland und in der Südafrikanischen Republik ist der Buchfink vom Menschen eingeführt worden.

In Mitteleuropa ist der Buchfink einer der am weitesten verbreiteten Brutvögel. Sein Verbreitungsgebiet reicht von der Küste bis zur Baumgrenze im Gebirge. Die Buchfinken Nord- und Osteuropas sind Zugvögel, dagegen ist er in Mitteleuropa ein Teilzieher. Es werden mehrere Unterarten unterschieden. Davon kommen drei auf den Kanarischen Inseln und je eine auf den Azoren, Madeira, Sardinien und Kreta vor.

Beschreibung & Aussehen

Der Buchfink erreicht eine Körperlänge von 14 bis 18 Zentimeter. Die Individuen der Nominatform wiegen zwischen 18 und 25 Gramm. Unabhängig vom Geschlecht weisen Buchfinken einen auffallenden weißen Schulterfleck, eine weiße Flügelbinde und weiße äußere Steuerfedern auf. Ansonsten besteht ein auffälliger Sexualdimorphismus.

Bei den Männchen sind die Körperunterseite und die Kopfseiten bräunlichrosa bis rotbraun. Der Oberkopf, der Nacken und die Halsseiten sind im Sommerhalbjahr auffällig graublau, im Winterhalbjahr mehr bräunlichgrau. Die Stirn ist schwarz, der Rücken ist kastanienbraun und der Bürzel ist grünlich. Der Schnabel ist beim Männchen im Frühjahr stahlblau, ansonsten hornfarben. Die Weibchen sind auf der Körperoberseite olivgrau und auf der Körperunterseite etwas heller. Der Schnabel des Weibchens ist ganzjährig hellbraun bis hornfarben.

Frisch geschlüpfte Buchfinken weisen auf der Körperoberseite, den Flügeln, Schenkeln und dem Bauch zunächst blass rauchgraue Dunen auf. Die Haut ist fleischfarben rosa. Der Rachen ist tiefrosa, die Schnabelwülste sind weiß oder rahmfarben bis gelblich getönt. Jungvögel ähneln adulten Weibchen, jedoch sind bei ihnen die Federn am Kopf und Körper etwas kürzer und weicher, die Steuerfedern sind schmäler und laufen spitzer aus.

Buchfinken laufen auf dem Boden unter rhythmischem Kopfnicken. Der Flug ist wellenartig.

Stimme, Gesang & Ruf

Der Kontakt- und Alarmruf des Buchfinken ist ein lautes „pink, pink“, sein Flugruf ein gedämpftes „jüp, jüp“. Laut und durchdringend singt er ab März etwa wie „zizizizjazjazoritiu-zip“ oder zipzipzip. In unterschiedlichen Lebensräumen sind abweichende Rufe, so genannte regionale Dialekte, zu vernehmen. Neben dem namensgebenden Lockruf „pink“ (oder „fink“) gibt es noch das in manchen Gegenden als Regen verkündend angesehene „trürr“ (oder „trüb“). Dieser „Regenruf“ kann manchmal auch zweisilbig vorgetragen werden. Anderen Quellen zufolge wird dieser Ruf nur als „Regenruf“ bezeichnet, weil er lautmalerisch als „trief“ gedeutet wird. Bei Streitigkeiten und Revierkämpfen ist ein lautes Klickern zu hören, welches offenbar als Drohlaut dient. Zugleich wird, wie auch bei einigen anderen Singvögeln (z. B. männlichen Rabenkrähen), die Befiederung des Kopfes (Scheitel) aufgestellt.

Der Gesang männlicher Buchfinken (auch Finkenschlag genannt) wird in dem jahrhundertealten Brauchtum und seit 2014 als Immaterielles Kulturerbe anerkannten Finkenmanöver im Harz in Wettbewerben bewertet. Zu Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts waren diese Wettbewerbe auch in anderen Gegenden sehr beliebt. In Wien hießen die Fänger und Halter Vogelbucker, ausgetragen wurden die Wettbewerbe hier meist in Gaststätten.

Lebensraum

Der Buchfink ist in Europa und Nordafrika, aber auch in Westasien verbreitet, wo er vor allem in Wäldern, aber auch in Parkanlagen und großen Gärten bis in etwa 1.500 Meter Höhe lebt. Er zählt zu den häufigsten Singvogelarten in Europa.

Der Lebensraum des Buchfinken sind Wälder, Dickichte, Hecken, Gärten und große Obstanbauflächen. In Afrika ist er am häufigsten in Wäldern mit Korkeichen, Zedern, Aleppo-Kiefern, Thuja-, Eukalyptus-, Walnuss-, Sandarak- und Arganbeständen sowie in Olivenhainen anzutreffen. In der Kyrenaika kommt er besonders häufig in Wacholderwäldern vor.

In Mitteleuropa sind Buchfinken Teilzieher, in Ost- und Nordeuropa dagegen Zugvögel. Ein großer Teil der Population verbleibt ganzjährig im Brutgebiet. Buchfinken, die während des Winterhalbjahres in klimatisch günstigere Regionen abwandern, ziehen sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Sie folgen dabei zum Teil der Küstenlinie, Flusstälern oder Bergpässen. In Marokko sind die von Europa herziehenden Vögel insbesondere vom späten August bis November zu beobachten. An der Meerenge von Gibraltar lassen sich zurückziehende europäische Buchfinken bereits ab Januar beobachten, der Zug setzt sich bis in den April fort. In Marokko wurde bereits ein Vogel wiedergefunden, der ursprünglich im 3.250 Kilometer entfernten Kaliningrad beringt wurde. In Algerien zählen zu den Wiederfunden Vögel aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Italien.

In Afrika bilden die dort überwinternden Zugvögel wie auch die dort brütenden Standvögel kleine Trupps, die häufig nur aus einem Geschlecht bestehen. Sie sind regelmäßig mit Grünlingen, Bluthänflingen und Stieglitzen vergesellschaftet. Mit diesen gemeinsam bilden sie größere Trupps, die gemeinsam auf Feldern nach Nahrung suchen oder Ruheplätze nutzen.

In Deutschland wurde der Buchfink mit neun bis elf Millionen Brutpaaren im Jahr 2008 als häufigste Brutvogelart angesehen.

Nahrung & Jagdverhalten

Die Nahrung der Buchfinken besteht aus Beeren, Samen aller Art, Insekten und Spinnen. Die Nestlinge werden mit Insekten und deren Larven gefüttert.

Seine Nahrung sucht der Buchfink überwiegend auf dem Erdboden und nutzt vor allem die Stellen, die nur spärlich mit Vegetation bewachsen sind. Die Nahrung wird mit schnellen, pickenden Bewegungen vom Erdboden aufgenommen.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Der Buchfink brütet bevorzugt in lichten Laub- und Mischwäldern sowie in Hecken, Parks und Gärten. In Mitteleuropa beginnt die Brutperiode frühestens ab Ende März, gewöhnlich schreiten Buchfinken aber von Mitte April bis Juni zur Brut. In Marokko und Algerien brüten Buchfinken von Ende März bis Anfang Juni. Im Südwesten der Kapprovinz dagegen von September bis November. Je nach Klima und Lage ziehen sie ein bis zwei Jahresbruten pro Jahr groß.

Zu Beginn der Fortpflanzungszeit kennzeichnet das Männchen sein Brutrevier durch lautstarken Gesang. Die Größe des Brutreviers variiert abhängig vom Verbreitungsgebiet beträchtlich und ist in Europa umso größer, je höher im Norden der Buchfink brütet. In der marokkanischen Macchie haben die Brutreviere eine durchschnittliche Größe von 270 Quadratmetern. Das Brutrevier wird von beiden Vögeln eines Paares energisch verteidigt, Eindringlinge werden verjagt.

Das sorgfältig, ausschließlich vom Weibchen gebaute, dickwandige Nest besteht aus Wurzeln, Rindenfasern, Halmen, Moosen und Flechten. Innen wird es mit Haaren und einzelnen Federn gepolstert. Das Nest wird meistens in einer Höhe von zwei bis zehn Metern auf Sträuchern oder in Bäumen in einer Astgabel gebaut und ist durch die Moose und Flechten gut getarnt.

Das Gelege besteht gewöhnlich aus vier bis sechs hellbraunen oder bläulich-weißen Eiern, die durch rot- bis dunkelbraune Flecken und feine Streifen gezeichnet sind. Die Zeichnung ist gelegentlich so dicht, dass die Grundfärbung überdeckt wird. Nur sehr selten sind sie schwach oder gar nicht gezeichnet. Die Brutdauer beträgt dreizehn bis vierzehn Tage, es brütet allein das Weibchen, das mit der Brut gewöhnlich nach der Ablage des vorletzten Eis beginnt.

Jungvögel & Aufzucht

Nach dem Schlüpfen werden die Jungen von beiden Altvögeln gefüttert, wobei das Weibchen aber einen größeren Anteil an der Versorgung der Jungvögel hat. Die Nestlingszeit beträgt meist 11 bis 18 Tage, gewöhnlich fliegen die Jungvögel aber nach 14 Tagen aus. Gelegentlich bilden die Jungvögel gemeinsam mit den Elternvögeln für weitere 20 bis 35 Tage einen Familienverband. Jungvögel sind etwa 14 Tage nach dem Ausfliegen in der Lage, sich selber zu versorgen.

Der älteste beringte Vogel, der bislang wiedergefunden wurde, erreichte ein Lebensalter von 14 Jahren. In der Regel werden Buchfinken aber selten älter als fünf Jahre. Die Nestlingssterblichkeit ist insbesondere in den Jahren besonders hoch, in denen es an Raupen mangelt.

Wichtiger Hinweis:

Dieser beschreibende Text basiert auf dem Artikel Buchfink aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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