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Steckbrief
Kohlmeise Parus major

Kurzinfos & Fakten

Größe
13 – 15 cm
Gewicht
14 - 22 g
Alter
durchschnittlich 5 Jahre
Spannweite
ca. 25 cm
Nahrung
Insekten und deren Larven und Eier, Spinnen, Weberknechte, Sämereien, Nussfrüchte etc.
Feinde
Greifvögel wie Sperber, Falken, Elstern, Katzen
Geschlechtsreife
gegen Ende des ersten Lebensjahres
Paarungszeit
Februar - April
Brutzeit
März - Juli
Eier / Gelege
6 - 12 Eier
Brutdauer
10 - 17 Tage
Zugverhalten
Standvogel
Gefährdung
Ungefährdet

Die Kohlmeise (Parus major) ist eine Vogelart aus der Familie der Meisen (Paridae). Sie ist die größte und am weitesten verbreitete Meisenart in Europa. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich jedoch bis in den Nahen Osten und durch die gemäßigte Zone Asiens bis nach Fernost.

Der ursprüngliche Lebensraum der Kohlmeise sind Laub- und Mischwälder mit alten Bäumen; aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit kommt sie jedoch in fast allen Lebensräumen vor, in denen sie Höhlen zum Nisten findet. Sie zählt meist zu den häufigsten Vogelarten. Die Nahrung ist sehr vielfältig, jedoch werden hauptsächlich Insekten und deren Larven sowie pflanzliche Nahrung wie beispielsweise Samen oder Nussfrüchte gefressen. Nester werden in Baumhöhlen, Nistkästen oder anderen Hohlräumen gebaut und meist zwischen sechs und zwölf Eier hineingelegt. Die meisten Kohlmeisen bleiben im Winter in ihren Brutgebieten, wo sie teilweise in kleinen Trupps umherstreifen und sich auch mit anderen Meisen vergesellschaften. Vögel nördlicherer Regionen wandern zum Teil auch in südlichere Gegenden ab.

Ab dem zeitigen Frühjahr und teilweise auch schon im Winter ist der recht auffällige, metallisch-helle Gesang zu vernehmen, der ein zweisilbiges tsi-da … tsi-da … tsi-da oder beispielsweise als tsi-da-tsit … auch dreisilbig sein kann. Daneben verfügt die Kohlmeise über ein sehr breites Repertoire an Rufen wie beispielsweise ein hohes pink und ein warnendes dädädä.

Früher wurden über 30 Unterarten zur Kohlmeise gezählt. Aufgrund genetischer Untersuchungen wurden die ost- und südasiatischen Populationen jedoch als eigene Arten (Parus minor und Parus cinereus) abgegliedert, die derzeit noch keine deutschen Namen haben. Der Kohlmeise werden danach nur noch 15 Unterarten zugerechnet.

Beschreibung & Aussehen

Die Kohlmeise zählt mit 13–15 cm Körperlänge zu den größeren Meisenarten und ist die größte Meise in Europa. Die Flügellänge beträgt bei Männchen etwa zwischen 71 und 82 mm, bei Weibchen etwa zwischen 69 und 81 mm. Die Schwanzlänge des Männchens liegt bei 59–66, die des Weibchens bei 55–63 mm. Das Gewicht liegt zwischen 14 und 22 g. Der 11,5–13,5 mm lange Schnabel ist verhältnismäßig kräftig und schwärzlich hornfarben mit etwas helleren Kanten. Die Iris ist lebhaft rötlichbraun bis schwarzbraun. Die Beine und Füße sind blaugrau bis schiefergrau. Die Geschlechter sind sich sehr ähnlich, lassen sich aber unter anderem aufgrund der Ausprägung des schwarzen Brustbands unterscheiden.

Bei adulten Männchen der Nominatform sind der Oberkopf, der obere Nacken, die Halsseiten, die Kehle und ein Band auf der Brustmitte glänzend blauschwarz. Wangen und Ohrdecken sind rein weiß und werden von den schwarzen Partien sauber eingefasst. Die Brust- und Bauchseiten sind schwefel- bis zitronengelb. Das schwarze Band in der Mitte erweitert sich zwischen den Beinen zu einem tiefschwarzen Fleck. Ein weißliches Band im Nacken trennt das Schwarz des Hinterkopfs vom Rücken und läuft nach hinten hin in ein grünliches Gelb aus. Rücken- und Schulterfedern sind sonst olivgrün mit gräulichem Anflug. Unterer Rücken, Bürzel und Oberschwanzdecken sind blaugrau mit grünlicher Tönung auf dem Bürzel. Längere Oberschwanzdecken und Steuerfedern sind dunkel blaugrau.

Das mittlere Paar Steuerfedern trägt einen dunklen Schaftstrich, die übrigen schwarze Innenfahnen, das vorletzte zudem eine weiße Spitze und das äußere eine weiße Außenfahne, deren Weißfärbung sich im distalen Teil bis zur Mitte der Innenfahne ausdehnt. Die Schwanzaußenseiten erscheinen daher weiß. Die Oberflügeldecken sind graublau, wobei die Kleinen und Mittleren Armdecken etwas matter gefärbte Zentren, die Innenfahnen der Großen Armdecken und die Handdecken verdeckte schwarzgraue Zentren aufweisen. Die Großen Armdecken zeigen zudem weiße Spitzen, die eine weiße Flügelbinde bilden. Die Federn der Alula sind schwarz mit feinen weißen Säumen. Die Hand- und Armschwingen und die Schirmfedern sind überwiegend schwarzgrau. Die Schirmfedern sind zudem breit und hell grünlich gelb gesäumt mit weißem Spitzensaum. Die Schwingen sind mit Ausnahme der beiden äußeren Handschwingen schmal graublau gesäumt und weiß bespitzt, wobei die Spitzen auf den Handschwingen nur schwach ausgeprägt sind.

Bei den Weibchen ist das Brustband schmaler und oft durchbrochen, ebenso das schwarze Band an den Halsseiten. Die schwarzen Partien glänzen weniger stark als beim Männchen.

Das Weibchen ähnelt stark dem Männchen, ist jedoch matter und oberseits dunkler gefärbt. Die Kopfplatte glänzt weniger stark bläulich und der Kehlfleck ist matter. Das schwarze Band, das auf den Halsseiten die Wangen einrahmt ist schmaler und manchmal unterbrochen. Das vertikale Brustband ist schmaler und matter gefärbt. Es wirkt oft an den Rändern unordentlicher und kann zum Bauch hin mit Weiß durchsetzt sein. Der dunkle Bauchfleck ist kleiner und an den Unterschwanzdecken ist oft mehr Weiß vorhanden. Die graublauen Säume der Armschwingen sind weniger auffällig.

Stimme, Gesang & Ruf

Die Kohlmeise verfügt über ein außerordentlich reiches, variables und differenziertes Repertoire an Lautäußerungen, das sehr gut untersucht ist.

Der Reviergesang der Männchen ist eine Reihe metallisch reiner, hoher und lauter Motive aus typischerweise zwei, manchmal aber bis zu vier Silben verschiedener Tonhöhe, die beispielsweise als tsi-da … tsi-da … tsi-da oder zi-da-tit … zi-da-tit … zi-da-tit[8] wiedergegeben werden kann. Selten sind Mischstrophen aus z. B. abwechselnd zwei- und dreisilbigen Motiven oder unterschiedlichen Rhythmen.[9] Die Motive werden jeweils bis zu zehnmal wiederholt. Mit längeren Pausen dazwischen wird die ganze Reihe mehrfach, bei intensivem Reviergesang im Frühjahr auch dauerhaft und nahezu ununterbrochen vorgetragen. Nach mehreren Wiederholungen folgt oft ein Wechsel in ein anderes Motiv, wobei jedes Männchen ein Repertoire von 3–7, seltener von bis zu 18 verschiedenen Strophentypen hat. Neben der Anzahl der Silben variieren Tempo, Lautstärke, Rhythmus und Betonung, Tonhöhe oder -folge sowie Anzahl und Abstand der Wiederholungen. Weitere Variationen sind für das menschliche Ohr kaum oder nur als „Unreinheiten“ wahrnehmbar, könnten aber die individuellen Haupterkennungsmerkmale sein. Unterzieht man das Sonagramm einer feineren Analyse, lässt sich erkennen, dass eine scheinbar simple Strophe oft recht komplex aufgebaut ist und eigentlich aus bis zu sechs oder seltener bis zu zehn zusammengezogenen Silben bestehen kann.

Der Reviergesang ist in seiner Ausprägung und Wirkung sehr gut untersucht. So können reviersuchende Männchen anhand des Gesangs die Populationsdichte eines Gebietes und auch – aufgrund von Strophenlänge und Umfang des Repertoires – die Kompetenz eines Rivalen bei der Revierverteidigung abschätzen. Männchen mit großem Gesangsrepertoire sind durchschnittlich dominanter und erfolgreicher. Revierinhaber reagieren kaum auf Gesang, der dem eigenen ähnlich ist, eher geringfügig auf den Gesang ihrer Nachbarn, wohl aber auf den fremder Eindringlinge. Weibchen suchen sich meist Männchen, deren Gesang dem des Vaters am wenigsten ähnelt.

Einer der häufigsten Rufe, der meist vom Männchen und vor allem außerhalb der Brutzeit zu hören ist, ist ein metallisches pink, das für sich allein kaum vom ähnlichen Ruf des Buchfinken zu unterscheiden ist. Es wird aber oft mehrfach wiederholt oder beispielsweise als zi-pink-pink-pink mit anderen typischen Lauten verbunden und ist dann einfacher der Kohlmeise zuzuordnen. Dieser Ruf kann als Alarm-, Warn- oder Lockruf vorgebracht werden. Auch im Revierverhalten scheint er eine bedeutende Rolle als Ersatz des Reviergesangs außerhalb der Brutzeit zu spielen.

Ein Ruf der Verärgerung oder Erregung bei herannahenden Bodenfeinden ist ein unmelodischer Laut, der zwischen einem schnarrenden trrrr oder einem gereihten dädädä liegen kann . Er wird oft mit dem metallischen pink kombiniert.

Als Kontaktruf zwischen Partnern kommen auf kurze Distanz ein leises, oft mehrfaches sit oder ein weiches dü zum Einsatz, auf größere Entfernung ein hohes, weich flötendes di düi, das oft zum Ende hin stark in die Höhe gezogen wird. Sind Partner weiter voneinander entfernt, wird oft mit einzelnen Gesangsmotiven (z. B. idä) gelockt, haben sie den Sichtkontakt verloren, wird bisweilen eine ganze Reihe wie etwa didedidedi vorgebracht. Ein weiterer bei sozialen Kontakten zu hörender Laut ist ein hohes, kurzes i, das in der Akzentuierung dem oben genannten pink nahekommt, jedoch weniger laut ist. Dem Gruppenzusammenhalt (beispielsweise bei einem Altvogel mit mehreren Jungen im Gefolge) dient ein si – wüwüwü.

Lebensraum

Die Kohlmeise brütet primär in Laub- und Mischwäldern, deren Baumbestand mit 60 oder mehr Jahren alt genug ist, um ein genügendes Angebot an Nisthöhlen zu gewährleisten, wobei sie auffallend häufiger in morschen Baumstubben als in Spechthöhlen nistet. In jüngeren Waldbeständen kommt sie nur vereinzelt vor, in geschlossenen Waldgebieten besiedelt sie nur die Randbereiche, Tallagen werden Bergwäldern vorgezogen. Die bevorzugte Waldzusammensetzung kann regional variieren, so finden sich in westlichen Mitteleuropa die höchsten Bestandsdichten in Eichenwäldern, weiter östlich hingegen in Nadelmischwäldern. Relativ niedrige Bestandsdichten werden in reinen Buchenwäldern erreicht; Kiefern- und Fichtenforsten sind im Allgemeinen nur sehr dünn besiedelt. In Sibirien zieht die Art Birken-, Weiden- und Mischwälder den reinen Nadelwäldern aus Fichten und Tannen vor. In Zentralasien besiedelt sie vor allem flussnahe Wälder.

Aufgrund ihrer großen Anpassungsfähigkeit ist die Kohlmeise aber auch in zahlreichen anderen Habitaten mit altem Baumbestand oder künstlichen Nisthöhlen zu finden. Sie besiedelt neben Feldgehölzen, Baumgruppen, Hecken mit eingestreuten Bäumen, Parks, Friedhöfen, Olivenhainen und Obstgärten auch Gärten oder Grünflächen mit Einzelbäumen inmitten von Städten. In höheren Berglagen, in ausgeräumten Kulturlandschaften oder Trockengebieten ist sie in besonderer Weise an menschliche Siedlungen gebunden.

Die Höhenverbreitung variiert je nach geografischer Lage. So kommt die Art in Schottland nur bis 500 m, im Alpenraum meist bis 1400, seltener aber bis 1950 m, im Mittelmeerraum bis etwa 1800 m und in den Gebirgen Asiens teils bis in 3000 m Höhe vor. Bisweilen kann man sie auch noch oberhalb der Baumgrenze finden.

Außerhalb der Brutzeit tritt die Kohlmeise in allen erdenklichen Habitaten auf und wurde beispielsweise auch in baumlosen Steppengebieten festgestellt.

Aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels setzt die Rückkehr der Trauerschnäpper nach Europa im Frühling tendenziell immer früher ein; dadurch kommt es zu Konflikten mit der Kohlmeise, was die Trauerschnäpper wegen der Nahrungsmittel- und Nistplatzkonkurrenz zunehmend in Bedrängnis bringt, wobei der Vorteil der Kohlmeise darin besteht, sich ganzjährig in Europa aufzuhalten und dadurch Brutplätze vor dem Trauerschnäpper zu besetzen; in der Vergangenheit konnten beide Arten die Brutplätze nacheinander nutzen.

Nahrung & Jagdverhalten

Die Kohlmeise ist in ihrer Ernährung wenig spezialisiert. Das Nahrungsspektrum ist daher sehr umfangreich, jedoch liegt der Schwerpunkt deutlich auf Insekten sowie deren Larven und Eiern. Ergänzend kommen regelmäßig andere Arthropoden – vor allem Spinnen und Weberknechte – hinzu. Je nach Verfügbarkeit, geografischer Lage und Jahreszeit werden aber auch teils ausgiebig andere Nahrungsquellen genutzt wie Sämereien, Nussfrüchte, Obst, vom Menschen zur Verfügung gestelltes Vogelfutter, Abfälle oder gelegentlich auch Aas. Vor allem in den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets können Sämereien, Bucheckern und Haselnüsse im Winter eine wichtige Nahrungsgrundlage bilden. Um den Calciumbedarf zu decken, werden Teile von Schneckenhäusern und Eierschalen gefressen und auch an Nestlinge verfüttert.

Die tierische Nahrung besteht zur Brutzeit vorwiegend aus Raupen von Eulenfaltern und Spannern. In Mitteleuropa sind dies beispielsweise je nach Lebensraum insbesondere die häufigen Arten Eichenwickler, Kleiner Frostspanner oder Kieferneule. An die Jungen werden meist besonders große Raupen verfüttert. Bei geringem Angebot an Raupen können Spinnentiere eine größere Rolle als Nestlingsnahrung einnehmen. Bedeutend sind zudem auch Imagines und Larven von Zweiflüglern, Käfern und Hautflüglern. Außerhalb der Brutzeit stellen Larven von Blattwespen und Buschhornblattwespen sowie Imagines von Schlupfwespen, manchmal aber auch Hummeln, Bienen oder Wachsmotten einen bedeutenden Teil der Beute. An anderen Wirbellosen werden neben Spinnentieren vor allem auch Doppelfüßer, Pseudoskorpione oder Asseln gefressen. Andere Insektengruppen oder Wirbellose werden nur gelegentlich als Nahrung angenommen. Zeitweise kann auch sehr kleine Nahrung wie Blattläuse, Hornmilben oder verschiedene Insekteneier an Bedeutung gewinnen. Unter den Sämereien werden vor allem Veilchen- und Sauerkleesamen gefressen, im Winter gelegentlich Birken- und nur selten auch Fichtensamen. Bei Beeren oder Obst sind offenbar eher die Samen als das Fruchtfleisch von Bedeutung.

Im Unterschied zu anderen Meisen sucht die Kohlmeise ihre Nahrung seltener in den äußeren, feinen Zweigen im Kronendach von Bäumen oder in Sträuchern, sondern bewegt sich eher auf den unteren, kräftigeren Ästen und Zweigen, im Stammbereich oder am Boden. Die Gewohnheiten können jedoch je nach Jahreszeit stark wechseln. So werden zur Brutzeit häufig die Raupen blattfressender Schmetterlingsarten auch von feineren, hoch gelegenen Zweigen abgelesen und vor allem im Winter ist die Art bei der Nahrungssuche viel am Boden anzutreffen. Wenn nötig, wird die Nahrung vor dem Fressen aufbereitet und dabei wie bei vielen Meisenarten auf einen Zweig gebracht und mit den Füßen festgehalten. Gelegentlich wird sie dazu auch in Ritzen oder Zweiggabelungen geklemmt. Größere Raupen werden getötet und ungenießbare oder schädliche Teile entfernt. Bienen werden beispielsweise entstachelt und manche Raupen enthaart. Die Kohlmeise vermag auch, Haselnüsse aufzuhacken, was etwa zehn Minuten dauern kann.

Die Kohlmeise ist im Notfall sehr erfindungsreich im Erschließen neuer Nahrungsquellen und dabei auch sehr lernfähig. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Öffnen der Folienverschlüsse von Milchflaschen in Großbritannien – ein Verhalten, das sich schnell über einige Landesteile ausbreitete. Neben menschlichen Vorräten werden teils auch die anderer Meisenarten genutzt. Die Bedeutung von Winterfütterungen kann lokal sehr unterschiedlich ausfallen. Während sie besonders in kalten Regionen, höheren Lagen oder ausgeräumten Landschaften eine essentielle Rolle für das Überleben spielen kann, stellt sie in den gemäßigten Breiten eher eine Ergänzung dar und trägt im Notfall offenbar nur teilweise zum Überleben einer Population bei. In extremen Ausnahmefällen wie beispielsweise besonderen Kältewintern tötet die Kohlmeise auch kleinere Vögel[38] oder andere Wirbeltiere wie überwinternde Fledermäuse. Es werden dann meist nur kleinere Teile wie das Gehirn oder ein Teil der Flugmuskulatur verspeist.

Fortpflanzung, Balz & Brut

Kohlmeisen werden gegen Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif; es schreiten jedoch nicht alle Einjährigen zur Brut. Da der Anteil an Männchen in den meisten Populationen überwiegt, finden insbesondere junge Männchen oft keine Partnerin. Es gibt jedoch auch einen zunehmenden Anteil an Nichtbrütern unter mehrjährigen Vögeln.

Kohlmeisen führen eine monogame Saisonehe. In Fällen, in denen bei einer zweiten Jahresbrut der Partner ein anderer ist, ist dies meist auf den Verlust des vorigen Partners zurückzuführen. Aufgrund der hohen Ortstreue kommt es in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren oft zu Wiederverpaarungen und langjährige Dauerehen wurden nachgewiesen. Außerhalb der Brutzeit besteht jedoch kaum Zusammenhalt zwischen Partnern.

Zwei Jahresbruten sind nicht selten. In Südengland finden eher in Nadel- und Mischwäldern Zweitbruten statt. In Eichenwäldern, in denen früh im Jahr ein Überangebot an Insektennahrung, später jedoch ein Mangel herrscht, brütet die Art jedoch meist nur einmal. Drittbruten kommen vor, sind aber selten. Ausnahmsweise kommt es in Israel zu Bruten im Winterhalbjahr.

Die Brutzeit liegt zwischen März und Juli. In Israel wurden teils bereits ab Ende Januar Gelege festgestellt. In Frankreich, Tschechien, den Beneluxländern und Süddeutschland fällt die Hauptlegezeit in die zweite Aprilhälfte, in England, Mittel- und Norddeutschland zwischen die dritte April- und erste Maidekade und in Fennoskandien und Russland liegt sie zwischen Ende April und Mitte Mai. Drittgelege findet man teils noch um Anfang August. Herbst- oder sogar Winterbruten kommen vor, sind aber sehr seltene Ausnahmen.

Paarbildung und Balz können in Mitteleuropa ab Februar oder März stattfinden, bei schlechter Witterung aber auch erst im April. Mit zunehmendem Revierverhalten der Männchen brechen nun die Winterschwärme auseinander. Anfänglich verhalten sich Männchen auch gegen Weibchen noch aggressiv; dies lässt aber nach, wenn die Weibchen nicht nach Art der Männchen darauf reagieren. Bestandteil des Paarverhaltens ist die Inspektion von potentiellen Nisthöhlen, die auch bereits im Verlauf des Winters stattfinden kann. Dabei fliegt das Männchen auffällig zum Schlupfloch und pickt auf dem Rand herum. Sitzt es außen, ist das weißliche Nackenband sehr auffällig; schaut es heraus, fällt die schwarz-weiße Gesichtszeichnung auf.

Zur Paarungszeit ist der Paarzusammenhalt recht eng. Das Männchen wird morgens sehr früh aktiv und holt das Weibchen vom Schlafplatz ab – unter anderem, um Fremdkopulationen zu verhindern. Diese scheinen jedoch nicht selten vorzukommen, da sich in bis zu 34 % der Bruten Nachkommen fremder Väter finden.Kopulationen finden meist in den frühen Morgenstunden in dichterem Gezweig in der Nähe der Bruthöhle statt. Sie können von beiden Partnern eingeleitet werden. Dazu nehmen die Vögel eine geduckte Haltung mit zurückgelegtem Kopf und erhobenem Schwanz ein, zittern mit leicht abgespreizten Flügeln und geben typische Rufe von sich. Mit kurzen Pausen steigt die Erregung an bis der Paarungsakt erfolgt ist, nach dem die Partner meist ein Stück weit voneinander weg fliegen. Kurz vor der Ablage der ersten Eier setzt das Balzfüttern ein, bei dem das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Dieses Verhalten nimmt in der Zeit der Eiablage stark an Häufigkeit zu.

Der Nistplatz wird vom Weibchen aus einer Vorauswahl des Männchens bestimmt. Es handelt sich dabei oft um Baumhöhlen wie Buntspecht- oder Fäulnishöhlen, manchmal aber auch tiefe Rindenspalten, die im unteren Stammbereich zwischen 3 und 6 m liegen. Bei starker Konkurrenz durch überlegene Arten wie beispielsweise Stare weicht die Kohlmeise oft in Höhen von unter 3,5 m aus. Fehlt die Konkurrenz, werden auch Höhlen bis in etwa 15 m Höhe oder mehr gewählt. In morsches Holz kann die Kohlmeise auch selber eine Bruthöhle hacken oder diese erweitern. Ist ein gutes Angebot an Nistkästen vorhanden, werden diese oft bevorzugt. Bisweilen werden auch Nester anderer Vögel, Erdhöhlen, Mauernischen oder zahlreiche Arten von anderen Hohlräumen oder Halbhöhlen an menschlichen Strukturen als Brutplatz angenommen.

Das Nest wird fast ausschließlich vom Weibchen gebaut. Die Bauzeit kann sehr unterschiedlich sein. Bei frühen Erstbruten kann sie sich über einen Monat hinziehen, bei späteren reduziert sie sich auf etwa ein bis zwei Wochen; bei Ersatz- oder Zweitbruten werden manchmal nur 1–2 Tage benötigt. Die Größe des Nestes variiert je nach Größe der Höhle. Besonders tiefe Höhlen werden mit einer dicken Schicht aus Moos aufgefüllt. Zudem kann der kunstlose, ungeordnete Unterbau aus Würzelchen, Grashalmen, Kiefernnadeln oder Flechten bestehen. Dort hinein wird eine Mulde von 4,5–7,5 cm Durchmesser und 3,5–7 cm Tiefe gebaut und mit Tierhaaren, Federn, Basthalmen oder anderem feinen Material ausgekleidet.

Jungvögel & Aufzucht

Das Gelege besteht meist aus 6–12, manchmal aus 3–15 rundovalen Eiern von 17,5 ×13,5 mm Größe und schwach glänzenden Eiern, die auf weißem Grund sehr variabel ziegelrot bis rotbraun gefleckt, bekleckst oder gesprenkelt sind. Die Zeichnung kann regelmäßig verteilt, am stumpfen Pol konzentriert oder kranzähnlich, grob oder fein, reichlich oder spärlich sein und selten auch ganz fehlen. Die Eier werden meist früh morgens im Abstand von 24 Stunden gelegt. Bei langanhaltenden Kälteperioden kann die Eiablage zeitweilig unterbrochen werden. Das Gelege wird ausschließlich vom Weibchen bebrütet, das in dieser Zeit vom Männchen gefüttert wird.

Ab Beginn der Eiablage nächtigt das Weibchen auf dem Nest. Um ein möglichst gleichzeitiges Schlüpfen der Jungen herbeizuführen, wird das unvollständige Gelege anfangs lediglich zu Beginn der Nacht angewärmt, was ein allzu starkes Auskühlen verhindert. Danach verbringt das Weibchen die Nacht stehend über den Eiern, so dass die für die Embryonalentwicklung erforderliche Minimaltemperatur von 25 °C unterschritten wird. Später steigt dann die Dauer der Bebrütung pro Nacht, jedoch wird das Gelege meist erst mit der Ablage der letzten Eier permanent bebrütet. Die Brutdauer kann zwischen 10 und 17 Tagen liegen. Sie variiert je nach geografischer Lage und liegt in Mitteleuropa meist zwischen 12 und 15 Tagen. Bei Zweitbruten ist die Brutdauer meist kürzer.

Wird das Weibchen auf dem Nest gestört, nimmt es eine charakteristische Abwehrhaltung ein, bei der der Schwanz aufgespreizt und die Flügel flatternd gegen die Höhlenwand geschlagen werden. Dabei macht es einen zischenden Laut und stellt das Gefieder der weißen Wangenflecken auf. Am Ende des Zischlauts folgt ein Schnabelknappen und mit einem Flügelschlag wird ein dumpfes Geräusch erzeugt. Vermutlich dient dieses Verhalten der Abschreckung von Prädatoren und soll die Anwesenheit einer Schlange vortäuschen. Es kann auch bei Individuen, die in Höhlen übernachten, sowie in ähnlicher Form bei einigen anderen Meisenarten beobachtet werden.

Die Jungen schlüpfen meist über 1 bis 5 Tage verteilt. Bei den ersten Eiern kann die Schlüpfreihenfolge von der der Eiablage abweichen, bei den mittleren bis letzten ist sie fast immer entsprechend. Die Nestlinge werden nur vom Weibchen gehudert – meist zwischen 5 und 7 Tage lang. Beide Partner füttern, jedoch steigt der Anteil des Weibchens nach dem Hudern stark an – manchmal auf bis zu 90 %. Es werden fast nur einzelne Beutestücke verfüttert, die aber meist recht groß sind. Sie werden den Jungen oft mehrfach in den Schlund gesteckt und herausgeholt bis gewährleistet ist, dass die Position optimal ist und das Junge schlucken kann. Nach der Fütterung warten die Altvögel einen Moment auf die Kotabgabe. In den ersten Tagen wird der Kot von den Eltern gefressen, später davongetragen. Die Nestlingszeit liegt meist zwischen 16 und 22 Tagen, in Mitteleuropa meist zwischen 17 und 20 Tagen.

Nach dem Ausfliegen werden die Jungen meist noch etwa 6 bis 10 Tage gefüttert, manchmal aber auch bis zu 25 Tage lang. Bei Zweitbruten beträgt dieser Zeitraum meist 14 bis 22 Tage oder länger.

Das Jugendkleid ähnelt dem adulten Jahreskleid, ist jedoch sehr viel weniger ausgefärbt. Die Kopfseiten, das helle Band im Nacken und die Flügelbinde sind gelblich oder schmutzig weiß getönt. Die Kopfplatte und die Nackenseiten sind dunkel olivbraun bis dunkelgrau und ohne Glanz. Das dunkelgraue Brustband läuft auf der hinteren Brust aus. Das Großgefieder ist anstatt schwärzlich eher dunkelbraun. Die Säume der Oberflügeldecken und der Oberschwanzdecken sind matt olivgrün statt graublau. Die Unterschwanzdecken sind weißlich. Der Schnabel ist im Unterschied zu adulten Vögeln eher hornfarben mit gelben Kanten und Schnabelwinkel, die Iris grauer.

Die Geschlechter sind im Jugendkleid nicht leicht zu unterscheiden, die Unterschiede, die im Adultkleid vorhanden sind, deuten sich jedoch bereits an. So ist das dunkle Band an den Kopfseiten unterhalb des Wangenfelds beim Weibchen nicht vorhanden, das Band auf der Brustmitte nur sehr schwach oder fehlend. Das Großgefieder wirkt matter oder bräunlicher als beim Männchen. Bestes Unterscheidungsmerkmal sind aber die Säume der Handdecken, die beim Männchen bereits bläulich und deutlich abgesetzt sind, beim Weibchen jedoch diffus bräunlich, grünlich oder blassgrau sind.

Die Jugendmauser ist eine Teilmauser, bei der große Teile des Kleingefieders sowie Schirm- und Steuerfedern zu unterschiedlichen Anteilen vermausert werden. Der Umfang der Mauser bei Daumenfittich, Handdecken und Großen Armdecken variiert ebenso wie der von Schirm- und Steuerfedern je nach geografischer Lage, wobei er bei skandinavischen Vögeln sehr gering, bei nordosteuropäischen gering und bei west- und mitteleuropäischen meist vollständig ausfällt. Auch Vögel aus Zweitbruten mausern weniger vollständig. Südliche und westliche Populationen haben die Mauser vor dem Zug abgeschlossen, nordöstliche mausern teils noch auf dem Wegzug.

Die jährliche Vollmauser adulter Vögel beginnt meist kurze Zeit nach der Nestlingsaufzucht, dauert etwa 70–100 Tage und liegt zwischen Mai und Oktober , beginnt aber in Mitteleuropa meist im Juni. Der individuelle Mauserbeginn kann sich innerhalb einer Population über zwei Monate erstrecken. Vögel mit Zweitbruten mausern meist später. Bei Weibchen ist der Mauserzeitraum oft kürzer als bei Männchen. In Fennoskandien setzt die Mauser wegen der verkürzten Brutsaison teils schon während der Jungenaufzucht ein und erfolgt wesentlich schneller.

Wichtiger Hinweis:

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